Die Nilgans – Neubürger mit Eigenheiten

(15.06.2017) Nilgänse sind Neubürger bei uns in Bayern. Der erste Brutnachweis stammt aus dem Jahr 1996, 2008 gab es 17 und 2014 bereits 99 gemeldete Brutpaare. Inzwischen können wir Nilgänse regelmäßig auf Gewässern und Feldern beobachten. Ursprünglich stammen die vergleichsweise bunten Gänse aus Afrika, wurden aber in Großbritannien im 17. Jahrhundert als Ziergeflügel ausgesetzt. Deutschland ist von den Niederlanden aus besiedelt worden. Im Jahre 1967 entwichen vier Tiere aus einem Park in Den Haag und bildeten den Grundstock der niederländischen Population. Eine längerfristige Besiedlung Deutschlands erfolgte ab 1985.

 

Unter den Neubürgern ist die Nilgans die Vogelart mit der schnellsten Bestandszunahme in den letzten Jahrzehnten. Was macht sie so erfolgreich? Nilgänse ziehen im Vergleich zu Graugänsen eine höhere Anzahl an Jungtieren erfolgreich auf. Während Grauganspaare in Mitteleuropa zwischen zwei und vier flügge Jungvögel aufweisen, kommen Nilganspaare auf durchschnittlich vier bis fünf. In Bayern gibt es außerdem ausreichend Brutmöglichkeiten an Flüssen, Seen und Teichen für die bei der Nistplatzwahl sehr flexiblen Tiere. Sie können beispielsweise ihre Eier in alte Vogelnester bzw. in Baumhöhlen legen oder sich ihr mit Dunen ausgekleidetes Nest auf Gebäude oder in dichtes Gebüsch bauen. Zusätzlich steht ihnen auf Feldern durch die moderne Landwirtschaft ganzjährig Nahrung zur Verfügung.

 

Ist die Freude über ihren Erfolg immer ungeteilt? Nein, nicht immer, denn Nilgänse haben Eigenheiten. Sie verteidigen ihren gewählten Nistplatz und ihr Nahrungsterritorium aggressiv nicht nur gegen Artgenossen, sondern auch gegen andere Vogelarten. Der LBV Augsburg konnte es im Jahr 2016 und auch in diesem Jahr erleben. Ein Nilganspaar hat sich am Bobinger Wertachstausee niedergelassen. Auf dem See befindet sich ein Brutfloß, das ursprünglich für Flussseeschwalben gedacht war. Es wurde von der LEW in Zusammenarbeit mit dem LBV Augsburg angebracht. Sowohl 2016 als auch in diesem Jahr haben sich Mittelmeermöwen, eine Art, für die bislang im Landkreis Augsburg noch kein Brutnachweis existiert, für dieses Floß als Nistplatz interessiert. Die Gänse haben die Möwen beide Male erfolgreich vertrieben. Die Besetzung des Floßes mit Mittelmeermöwen oder gar mit Flussseeschwalben bleibt ein Wunsch für die Zukunft. (Christiane Gebauer)


Die Balz der Flussregenpfeifer

(21.05.2017) Auf einigen Inseln des Lechs balzen zurzeit die Flussregenpfeiffer. Wir dürfen die Inseln nicht betreten, um die Tiere bei der Brut nicht zu stören! Mit einigen Fotos möchte ich es trotzdem allen Naturliebhabern ermöglichen, die spektakuläre Balz der Regenpfeifer zu genießen. (Christiane Gebauer)

Männchen: "Ich habe eine nette Dame gesehen. Ich muss sie unbedingt für mich gewinnen."
Männchen: "Ich habe eine nette Dame gesehen. Ich muss sie unbedingt für mich gewinnen."
Männchen: "Ich werde hier ein schönes Loch für die Eiablage buddeln."
Männchen: "Ich werde hier ein schönes Loch für die Eiablage buddeln."
Männchen: "Komm, ich zeig dir einmal, was ich für dich vorbereitet habe."
Männchen: "Komm, ich zeig dir einmal, was ich für dich vorbereitet habe."
Weibchen: "Na ja, viel Mühe hat er sich aber nicht gemacht."
Weibchen: "Na ja, viel Mühe hat er sich aber nicht gemacht."
Weibchen: "Ich gehe dann einmal, so einfach bekommt er mich nicht."
Weibchen: "Ich gehe dann einmal, so einfach bekommt er mich nicht."
Männchen: "Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen, da werde ich noch ein bisschen nachbessern."
Männchen: "Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen, da werde ich noch ein bisschen nachbessern."
Weibchen:"Das sieht nun schon viel besser aus."
Weibchen:"Das sieht nun schon viel besser aus."
Männchen:"Was macht die Zicke denn? Es soll doch kein Flugplatz werden."
Männchen:"Was macht die Zicke denn? Es soll doch kein Flugplatz werden."
Männchen:"Was ist denn jetzt? Haben wir einen Deal?"
Männchen:"Was ist denn jetzt? Haben wir einen Deal?"
Happy-end!
Happy-end!
 
 

Auf der Suche nach Erdläufer und Co. oder: Diese Tiere hat noch keiner gesehen

Auch Schwalben mögen Matsch - aber nur zum Nestbau. Wir helfen mit! (Bild: T. Staab)
Auch Schwalben mögen Matsch - aber nur zum Nestbau. Wir helfen mit! (Bild: T. Staab)
Thea Wolf, Regionalbetreuerin der Naturschutzjugend im LBV
Thea Wolf, Regionalbetreuerin der Naturschutzjugend im LBV
Wir folgen dem Flug eines Schmetterlings.

Der LBV Augsburg geht mit Familien raus in die Natur und lädt Groß und Klein dazu am 20. Mai 2017 ein

 

(15.05.2017) Gibt es etwas Schöneres, als einen Radausflug durch den frisch duftenden Wald zu machen, im Herbst leuchtend bunte Blätter zu sammeln oder an einem heißen Sommertag durch einen fröhlich sprudelnden Bachlauf zu waten? Für Thea Wolf, die Augsburger Regionalbetreuerin des LBV und der Naturschutzjugend im LBV, steht die Antwort längst fest. Als Erzieherin und langjährige Umweltbildnerin weiß sie, wie extrem wichtig der unmittelbare Kontakt zur Natur für eine gesunde Entwicklung der Kinder ist. Doch leider fehlen den Kindern heute immer mehr der Zugang und der Bezug zu ihrer direkten Umwelt – kein Wunder, sind doch die Konkurrenz der überall präsenten Medien- und Konsumwelt und Zeitmangel durch Schule und Hobbys fast übermächtig.

 

Doch gerade hier und heute ist die Natur umso wichtiger: leere „Akkus“ aufladen, zur Ruhe finden und Geist und Seele baumeln lassen – wo könnte man das besser und einfacher als draußen? Und gerade die Naturschützer des LBV wissen obendrein, wie wichtig und intensiv frühe Naturerlebnisse sind. Thea Wolf meint dazu: „Das alte Sprichwort, dass man nur schätzt und schützt, was man kennt, hat heute mehr Brisanz denn je. Die Kinder kennen oftmals nicht einmal mehr vermeintliche „Allerweltsarten“ wie Amsel und Star, Klatschmohn und Hainbuche. Wie soll da ein Bewusstsein für den enormen Artenverlust entstehen, den wir im LBV zu verhindern versuchen? Unsere Kinder werden gar nicht mehr wissen, was alles für immer verschwunden ist.“ Dabei kann man gerade in der Natur so viele Fähigkeiten schulen, die auch im „echten“ Leben vonnöten sind: Genaues Hinsehen, achtsamer Umgang, Empathie und Wertschätzung, Neugierde und vernetztes Denken, das sind nur ein paar der Fähigkeiten, die kleine Naturforscher ganz nebenbei einüben.

 

„Wir suchen ganz viele Kinder, die Lust auf Matsch, Forschen und Spielen in der Natur haben – und selbstverständlich auch weitere Betreuerinnen und Betreuer für unsere Kinder- und Jugendgruppen“, so Thea Wolf. Wer einfach Lust auf einen entspannten Familiennachmittag draußen hat oder auch mal reinschnuppern will in den LBV und seine Jugendorganisation NAJU, ist herzlich eingeladen zum Naturfestival-Tag für Familien. Thea Wolf erklärt: „Wir begeben uns auf die Suche nach Erdläufer und Co., buddeln im Boden und lassen uns von kleinen Tieren im Binokular oder der Becherlupe faszinieren. Selbstverständlich spielen wir auch, verwandeln uns in Bäume oder gestalten ein Naturbild aus Blättern, Moosen und anderen Naturmaterialien.

Und so viel Spiel und Spaß macht natürlich hungrig: Für eine Kuchenpause zwischendurch ist gesorgt.

Der Nachmittag eignet sich für Familien mit Kindern zwischen ca. 5 bis 10 Jahren und findet statt

    am Samstag, 20 Mai 2017

    zwischen 14 und 17 Uhr

    an der Sportanlage Süd – Ilsungstraße (auf der Wiese nach den Sportplätzen).

 

Bei schlechtem Wetter wird der Termin auf den Sonntag, 21. Mai 2017 von 14 bis 17 Uhr verschoben. Der LBV bittet zur leichteren Planung um Anmeldung unter thea.wolf@naju-bayern.de oder Tel. 08243/3053. Bitte an Getränke und Sonnenschutz und – falls vorhanden -  kleine Schaufeln oder Bodensiebe denken. (Dagmar Blacha)


Vom Familienleben der Heckenbraunellen

(01.05.2017) Wer wagt sich denn dort auf den Balkon? Tatsächlich – eine Heckenbraunelle. Es handelt sich bei den Bildern jedoch nicht um ein bayerisches, sondern ausnahmsweise um ein niederrheinisches Tier. Im Raum Augsburg können wir ihren quietschenden Gesang (zu hören HIER) beispielsweise im Stadtwald, an der Wertach oder an dem Burghofweiher bei Schwabaich vernehmen.

 

So unscheinbar Heckenbraunellen auch aussehen, so kompliziert ist ihr Familienleben. Männchen und Weibchen haben jeweils eigene Reviere, die sich überschneiden können. Verteidigt ein Männchen ein Weibchenrevier, kommt es zu einem Brutpaar. Liegt ein Weibchenrevier in zwei Männchenrevieren, kann das Weibchen zwei Partner haben. Mitunter kontrolliert ein Männchen mehrere Weibchenreviere. Dann besitzt das Männchen mehrere Partnerinnen. Es kommen auch Kombinationen von zwei Männchen und zwei Weibchen vor. Weiterhin kann ein unverpaartes Männchen sich auch zu einem Brutpaar gesellen. Es wartet dann auf einen vom Alpha-Männchen unbeobachteten Moment, um mit dem Weibchen kopulieren zu können.

 

Wer soll da die Übersicht behalten? Hören wir künftig den Heckenbraunellengesang, fällt uns vielleicht nicht als erstes ihr schlichtes Erscheinungsbild ein. (Christiane Gebauer)


Drama am Wartehäuschen

(26.04.2017)

 

Tatort: eine Straßenbahnhaltestelle in Haunstetten

Opfer: 1 Sperbermännchen, 1 Rotkehlchen

Zeugen: keine bekannt

Fundlage: lässt nur einen Tathergang zu:
Vorneweg das Rotkehlchen, in panischer Flucht. Dicht gefolgt vom Sperber, der beim draufgängerischen Jagdflug kein Risiko scheut. In so einer Situation hat keiner einen Blick für Glasscheiben von Wartehäuschen. Und so einen Aufprall überlebt keiner. Bei diesem Kräftemessen gab es nur Verlierer. Schade!

 

(Martin Trapp / Werner Aigner)


Elternsorgen bei den Graugänsen – eine kurze Bildergeschichte

 

(23.04.2017) Die ersten Graugansküken an der Wertach sind geschlüpft und werden von ihren Eltern zu Schwimmausflügen geführt. Die Elterntiere stehen vor der Herausforderung, alle Küken zusammenzuhalten und keinen zurückzulassen – es klappt nicht immer.

 

Andere Grauganspaare sind noch mit der Brut beschäftigt. Auch dabei bedarf es – wie man sieht – größter Aufmerksamkeit. Ein Paar verlässt für eine kurze Pause das abgedeckte Nest. Eine sich im direkten Umfeld aufhaltende Kanadagans nutzt die günstige Gelegenheit und besetzt es. Das bleibt nicht lange unbemerkt. Die Grauganseltern schreiten zum Angriff und verjagen die Kanadagans. (Christiane und Paul Gebauer)

 

 

 

Der frühe Vogel … ist auch später noch da

(12.04.2017) Wer sagt's denn! Klar sind die Vögel auch um 10 oder 11 Uhr noch da.

Warum Vogelbeobachter nur immer so früh aufstehen wollen?

 

25 Teilnehmer beim Early Bird für Langschläfer am 2. April haben jedenfalls problemlos das Grünspechtpaar entdeckt, den Girlitz auf dem Weg rumhüpfen sehen, die Graureiherkolonie bewundert und verschiedenen Vogelstimmen gelauscht.  Nur der unüberhörbar quäkende Mittelspecht ließ sich trotz 25 suchender Augenpaare nicht entdecken, aber das lag eher an den vielen Bäumen als an der Uhrzeit.

 

Und noch was spricht für den späten Start: Nur dann gibt es Kässpatzn. Und die haben uns, vom Parkhäusl im Biergarten serviert, zum Abschluss der Führung bestens gemundet. Wieder mal eine perfekte Kombination aus interessanten Beobachtungen und gemütlichem Abschluss. (Martin Trapp)

Suche nach der Wasseramsel
Suche nach der Wasseramsel
Originell: Reservierung für "Early Birth"
Originell: Reservierung für "Early Birth"
Mehr als Kässpatzn: am Parkhäusl
Mehr als Kässpatzn: am Parkhäusl

Vogeltränken: auch Vögel haben Durst

(08.04.2017) Die ersten schönen Tage in diesem Jahr liegen bereits hinter uns. Bei warmem und trockenem Wetter haben nicht nur wir mehr Durst, sondern auch unsere Gartenvögel.

Mit einigen Fotos möchte ich alle Naturfreunde dafür begeistern, Trink- und Bademöglichkeiten für Vögel in unserem Garten oder auf unserem Balkon zu schaffen. Es reicht ein einfacher Blumentopfuntersetzer. Wichtig ist die regelmäßige Reinigung, um Parasitenverbreitung zu verhindern.

Der LBV gibt ausführliche Tipps zu Vogeltränken in seinem Ratgeber (hier klicken zur Weiterleitung). Die Naturfreunde werden durch wundervolle Erlebnisse beim Beobachten beschenkt und bereichert, da sich die unterschiedlichsten Vogelarten zum Baden und Trinken einfinden. Wer kann sich schon dem Charme eines Gartenbaumläufers entziehen, der sich zu einem Badespaß von seinem Baum locken lässt? (Christiane Gebauer)

Amsel
Amsel
Bachstelze
Bachstelze
Gartenbaumläufer noch halbwegs trocken...
... und beim spritzigen Badevergnügen.
Grünfink
Grünfink
Haussperling
Haussperling
Kohlmeise trocken ...
... und nass.
Stieglitz
Stieglitz
 
 
 

Das war die Jahreshauptversammlung 2017

(03.04.2017) Ein vielfältiger und interaktiver Jahresrückblick mit gelungener Nachwahl des stellvertretenden Vorsitzenden und vielen beeindruckenden Aufnahmen des eingeladenen Referenten Hans-Joachim Fünfstück – so könnte man die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Augsburg des LBV kurz zusammenfassen.

 

Rückblick auf das vergangene Jahr

Etwa 80 Mitglieder waren der Einladung zur Jahreshauptversammlung gefolgt, so dass der Veranstaltungsraum nahezu vollständig besetzt war. Unter den Gästen war diesmal mit Umweltreferent Reiner Erben auch ein Vertreter der Stadt Augsburg.

Bei so viel Publikum macht es Freude, über die Arbeit der Kreisgruppe zu berichten. Das merkte man auch dem Vorsitzenden Martin Trapp an, der dafür nicht den klassischen Vortrag wählte, sondern mittels „Interviews“ aktiver Mitglieder durch die Höhepunkte des vergangenen Jahres führte. So berichtete z. B. Christiane Gebauer von den Erlebnissen bei der aktuell laufenden Eulenkartierung, Susanne Botsch erzählte von den umfangreichen „Wiederherstellungsarbeiten“ in der Sandgrube Bachern, Wolfgang Weiner blickte auf das gerade abgeschlossene Glücksspirale-Projekt zurück und Claudia Weißschädel gab Einblicke in ihre Fledermaus-Pflegestation. Das alles moderiert, unterlegt mit interessanten Aufnahmen und ergänzenden Informationen von Martin Trapp.

 

Kassenbericht

Der folgende Kassenbericht von Hermann Mayer erklärte nochmals die diesjährigen hohen Ausgaben, vorwiegend für einmalige Anschaffungen wie zwei neue Balkenmäher (die alten hatten den wirtschaftlichen Reparaturzeitpunkt schon weit hinter sich gelassen), einen VW-Bus und natürlich die umfangreichen Flächenankäufe zum Schutz der Wiesenbrüter im Thürheimer Ried.

Erwähnung fand dabei auch die Spende der Kreisgruppe zur Einrichtung einer Referentenstelle „Alpen“ u. a. zum Schutz des Riedberger Horns. Und natürlich durfte die sehr erfolgreiche Unterstützung der Kreisgruppe durch die seit letztem Jahr eingestellte Teilzeitkraft Dagmar Blacha nicht fehlen.

Nach dem Durchgehen aller Zahlen und Bestätigung der ordnungsgemäßen Buchführung durch die Kassenprüfer Erika Niggl und Werner Aigner wurde der Vorstand von den anwesenden Mitgliedern entlastet.

 

Neuwahl des stellvertretenden Vorsitzenden

Der bisherige stellvertretende Vorsitzende, Stefan Höpfel, musste sich aus beruflichen Gründen aus dem Vorstand zurückziehen, so dass die Position idealerweise neu besetzt werden sollte, auch um die umfangreichen Arbeiten des Vorstands auf mehrere Schultern zu verteilen. In einem kurzen Bilder-Rückblick zeigte Martin Trapp die von Stefan Höpfel angestoßenen Projekte, Arbeitsgruppen und Aktivitäten.

Dietrich Peter, der vom Vorstand vorgeschlagene Nachfolger für Stefan Höpfel, hat viele dieser Projekte begleitet und gehört auch sonst zu den sehr aktiven und engagierten Mitgliedern der Kreisgruppe. Nicht umsonst fand er nahezu einstimmige Zustimmung bei der nachfolgenden Wahl.

 

Ehrung langjähriger Mitglieder

Wie bei jeder Jahreshauptversammlung wurden auch diesmal langjährige Mitglieder für 20-,30- und 40-jährige Unterstützung des LBVs geehrt. Wie sich in nachfolgenden Gesprächen zeigte, war der LBV auch schon vor mehreren Jahrzehnten in und um Augsburg beeindruckend aktiv. Deshalb ist es besonders erfreulich, dass sich das ein oder andere inzwischen in die Passivität „abgerutschte“ Mitglied durch die präsentierte Vereinsarbeit ermutigt fühlte, wieder aktiv beim LBV mitzuwirken.

 

Beeindruckender Bildervortrag von Hans-Joachim Fünfstück

Nach Abschluss des „offiziellen“ Teils folgte – wie schon die letzten Jahre – ein Lichtbildervortrag. Dafür konnte diesmal Hans-Joachim Fünfstück (Link zur Homepage) gewonnen werden, Mitglied der Fachredaktion von „Der Falke“, hauptberuflicher Mitarbeiter des LfU und bekannter Naturfotograf mit 30 Jahren Erfahrung hinter der Kamera.

Gezeigt wurden in teilweise atemberaubend schönen Aufnahmen vielfältigste Eindrücke aus der Umgebung von Garmisch Partenkirchen: angefangen bei Orchideen und Enzianen über einzigartige Bilder von Vögeln wie Steinadler, Dreizehenspecht oder Felsenschwalbe bis hin zu Alpensalamandern, Schlangen und wunderbaren Bergpanoramen.

Sicher gab es keinen Besucher im Saal, den es nach dem Vortrag nicht direkt zu einem Ausflug in die vorgestellten Gebiete gezogen hat. Nachhallend geblieben ist bei dem ein oder anderen aber auch ein gewisser Wehmut über das von Hans-Joachim Fünfstück auch beschriebene immer mehr fortschreitende Verschwinden dieser einzigartigen Natur-Juwelen.

 

Fazit: Die Jahreshauptversammlung muss kein lästiger „Pflichttermin“ sein, sondern macht bei der LBV Kreisgruppe Augsburg Freude, ist abwechslungsreich und interessant. (Bernd Achtnicht)

Vorstand Martin Trapp bei der Moderation
Vorstand Martin Trapp bei der Moderation
Zu Gast bei der JHV: Umweltreferent Reiner Erben
Zu Gast bei der JHV: Umweltreferent Reiner Erben
Christiane Gebauer erzählt von den Erlebnissen bei der Eulenkartierung
Christiane Gebauer erzählt von den Erlebnissen bei der Eulenkartierung
Claudia Weißschädel und Wolfgang Weiner berichten von Fledermäusen und dem Glücksspirale-Projekt
Claudia Weißschädel und Wolfgang Weiner berichten von Fledermäusen und dem Glücksspirale-Projekt
Klaus Rüber ist 20 Jahre beim LBV
Klaus Rüber ist 20 Jahre beim LBV
Susanne Botsch ist ...
... wie Familie Kamm schon 30 Jahre Mitglied beim LBV
... wie Familie Kamm schon 30 Jahre Mitglied beim LBV
Besonderen Dank für 40 Jahre Mitgliedschaft an Manfred Müller
Besonderen Dank für 40 Jahre Mitgliedschaft an Manfred Müller
Wunderbarer Bildervortrag von Hans-Joachim Fünfstück
Wunderbarer Bildervortrag von Hans-Joachim Fünfstück
 
 
 

Unser aktueller Beobachtungstipp: Hausrotschwanz

Bild: Christiane Gebauer
Bild: Christiane Gebauer

Vom Hochgebirge in die Stadt

 

(23.03.2017) Wir können es hören: Die ersten Hausrotschwänze sind aus ihren Überwinterungsgebieten im Mittelmeerraum zurückgekehrt und lassen ihren heiser gequetschten Gesang erklingen (zu sehen und zu hören HIER). Hausrotschwänze sind wie unsere Amseln Frühaufsteher – so kann man ihnen oft schon zwei Stunden vor Sonnenaufgang lauschen. Haben wir sie einmal entdeckt, erkennen wir die agilen, etwa spatzengroßen Vögel sofort an ihrem orangefarbenen, zitternden Schwanz. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich voneinander. Während das Männchen ein rußschwarz bis schiefergraues Gefieder trägt, besitzt das Weibchen Beige- und Brauntöne.

 

Meist erscheinen die Männchen zuerst in den Brutrevieren. Sie besiedeln beispielsweise Neubaugebiete, Kiesgruben, Industrie- und Lagergelände oder auch einzelne Heustadl auf Wiesen und Weiden. Das einige Tage später eintreffende Weibchen sucht innerhalb des Revieres den Nistplatz aus und baut das Nest allein. Als Brutplatz werden überwiegend Nischen, aber auch Halbhöhlen gewählt. Hier zeigt sich ihre ursprüngliche Herkunft. Sie stammen als Felsenbewohner aus dem Hochgebirge und sind vor Jahrhunderten in die Städte gezogen. In erfolgreichen Jahren kann ein Paar drei Bruten großziehen. Um die Vögel zu unterstützen, können wir Halbhöhlen-Nistkästen aufhängen, die gerne angenommen werden. Zum Dank erfreuen uns die wenig scheuen Tiere bei der Insektenjagd mit spektakulärer Flugakrobatik. (Christiane Gebauer)



Eisvogelgucken 4: Offener Brief an den Wertach-Eisvogel in Augsburg

Sumpfmeise beim Nestbau
Sumpfmeise beim Nestbau
Schwarz-Weiße Krähe
Schwarz-Weiße Krähe

(21.03.2017)

 

Lieber Eisvogel,

 

letztes Jahr saßen du und deine Kollegen zuhauf an der Wertach rum. Wie sonst wäre ich auf die Idee gekommen, meine Führungen „Eisvogelgucken an der Wertach 1 - 4“ zu nennen.  Heute haben wir den vierten Teil dieser Reihe absolviert, vom Wertachkraftwerk vor zur Bürgermeister-Ackermannstraße und auf der anderen Flussseite zurück. Wetterbedingt diesmal nur 20 Leute, aber  anders als prognostiziert hat das Wetter dann doch mitgespielt. Nur du halt wieder nicht! Meinst du eigentlich, ich habe Lust, mich zu blamieren? Wahrscheinlich denken jetzt alle, ich hab letztes Jahr die Blaumeisen für Eisvögel gehalten. Wenn ich dein unkooperatives Verhalten an unseren Landesvorsitzenden melde, brauchst du nicht wundern, wenn bald nicht mehr der Eisvogel, sondern die Sumpfmeise Wappenvogel des LBV ist.

 

Aber genug geschimpft, Kollege Eisvogel, wir haben dich nämlich gar nicht vermisst! Gleich am Anfang schon hat sich eine Sumpfmeise durch uns nicht stören lassen beim Ausbau ihrer Höhle, wann sieht man das schon mal. Und überall die Gebirgsstelzen. Okay, nicht so blau wie du, aber dafür leuchtest du nicht so gelb wie die. Und dann die Wasseramsel. Wir standen alle auf der Brücke der BM-Ackermannstraße, neben Baustelle und Autoverkehr, und beobachteten die Wasseramsel, wie sie aus ihrem Nistkasten am Ausgang des Regenüberlaufbeckens rauskam, mitten in die Wertach plumpste, schwamm und tauchte, und dann mit Nahrung im Schnabel wieder in den Kasten eilte. Gute Show! Hättest du auch nicht besser hinbekommen. Oder der Zaunkönig auf dem Pfahl, der sein Lied vor uns schmetterte, der Hausrotschwanz im Prachtkleid, die Wacholderdrosseln, die Gänsesäger, die wie Kanufahrer im Eiskanal die hochwasserführende Wertach durchschnitten. Zum Schluss dann noch eine  schwarz-weiße Krähe, hat wohl ein Problem mit ihren Pigmenten,  aber auch so einen gewissen Charme.

 

Schwamm drüber, lieber Eisvogel, wahrscheinlich musstest du heute dein Weibchen ausführen. Kümmer dich gut um sie. Sie muss dieses Jahr viele Eier legen und  prächtige Jungs und Mädels aufziehen. Vielleicht begegnen wir uns dann ja nächste Jahr wieder öfters.

 

Dein Martin Trapp


Exkursion zum Rothsee und zur Vogel-/Eierausstellung in Schwabach

Es war windig!

Es hat geregnet!!

Und es war ein schöner gemeinsamer Ausflug!!!

 

(19.03.2017) Die Wettervorhersage hat meistens recht. Leider! Bereits am Dienstag waren sich alle Meldungen einig: am Samstag gibt es Regen und Wind. Und das, wo wir eine Exkursion an den Rothsee und nach Schwabach machen wollten. Aber echte wetterfeste LBVler lassen sich von solchen Lappalien nicht aufhalten und so ging es mit guter Laune und viel Spaß los in Richtung LBV-Umweltstation am Rothsee in direkter Nähe unserer LBV-Zentrale in Hilpoltstein.

Dort erwartete uns bereits Marie Radicke und führte uns bei starkem Wind und Regen tapfer durch die Außenanlagen der LBV-Station mit Informationen zu den Themen Sand (mit 3 m hoher Sanddüne als Ergänzung der "Sandachse Franken"), Biodiversität sowie der heimischen Unterwasserwelt mit sehenswertem Außenaquarium. Wieder im trockenen Innenraum angekommen, gab es interessante Einblicke und Informationen zu Muscheln und Krebsen im Rothsee - zum Sehen und "Erfassen" in einem Fühlbecken.

 

Pünktlich zum Eintreffen unseres Führers Dr. Thomas Rödl zur Erkundung der Vogelwelt am Rothsee ließ dann auch der Regen merklich nach. Doch im Gegensatz zu den frühlingshaft singenden Vögeln im angrenzenden Waldgebiet schienen ausgerechnet die erhofften Wasservögel wie abgetaucht zu sein. Außer einigen Gänsesägern, Reiherenten und Haubentauchern war fast nichts zu sehen. Leider auch nicht der noch vor einigen Tagen dort noch mehrfach beobachtete Seeadler. Dafür wurden von unserem aufmerksamen Führer in den angrenzenden Gehölzen Stieglitz, Kernbeißer, Gartenbaumläufer, Tannenmeise, Gartenrotschwanz  usw. schon von Weitem zielsicher ausgemacht und konnten von uns mit Fernglas und Spektiv beobachtet werden. Mit dem bloßen Auge erkennbar war dagegen eine ganze Wildschweinrotte mitten im Naturschutz-Schilfgebiet.

Anschließend ging es in den nahegelegenen fränkischen Gasthof zur Linde in Hofstetten, wo gebackener Karpfen, Schäufele und Co. in geselliger Runde eine willkommene Pause und Stärkung brachten.

 

Nach kurzer Fahrt warteten dann noch interessante Ausstellungen und Führungen rund um das Thema Eier und Vögel im Stadtmuseum Schwabach auf die Teilnehmer. Wissenswertes rund um das Thema "Biologie des Eis" gab es in einem kleinen aber feinen Austellungsraum mit u. a. einem 35.000 Jahre alten versteinertem Vogelnest, einer Übersicht vom kleinsten Kolibri-Ei bis zum über 30 kg schweren Elefantenvogel-Ei (vor ca. 300 Jahren ausgestorben), Fisch- und Schlangeneiern und vielem mehr. Nicht weniger interessant war die nahezu komplett erhaltene ornithologische Ausstellung des Nadelfabrikanten Carl Wenglein aus den 1930er Jahren: hier gab es über 2.600 verschiedenste Vogeleier, jede Menge Vogelnester, Gewölle, Federn usw. zu sehen, die von der Führerin sachkundig und interessant erläutert wurden. Fachlich eine echte Bereicherung und trotz des Alters immer noch sehenswert und aktuell.

Zum Ausklang wurden noch kurz die fast 10.000 Stücke umfassende Ausstellung an dekorativen Eiern aus aller Welt sowie die offizielle Fleischmann-Modelleisenbahnausstellung im Museum besucht, bevor wir uns müde aber zufrieden wieder auf den Weg zurück nach Augsburg machten. (Bernd Achtnicht)

 

 

Führung durch die Außenanlage der LBV-Umweltstation bei Wind und Regen
Führung durch die Außenanlage der LBV-Umweltstation bei Wind und Regen
Das sehenswerte Außenaquarium
Das sehenswerte Außenaquarium
Zumindest sind die Rotaugen und Rotfedern genauso nass wie wir
Zumindest sind die Rotaugen und Rotfedern genauso nass wie wir
Kaum noch Regen dafür umso mehr Wind. Am Damm auf dem Weg zum Naturschutzgebiet
Kaum noch Regen dafür umso mehr Wind. Am Damm auf dem Weg zum Naturschutzgebiet
Blick ins Naturschutzgebiet - leider ohne die erhofften Sichtungen
Blick ins Naturschutzgebiet - leider ohne die erhofften Sichtungen
Gute Laune vor dem Stadtmuseum Schwabach
Gute Laune vor dem Stadtmuseum Schwabach
Eier von ganz klein (Kolibri) bis ganz groß (Elefantenvogel)
Eier von ganz klein (Kolibri) bis ganz groß (Elefantenvogel)
Eine Rarität: 35.000 Jahre altes versteinertes Vogelnest
Eine Rarität: 35.000 Jahre altes versteinertes Vogelnest
Haben schon viele von uns gesehen, aber nur ein paar gewusst: Rocheneier
Haben schon viele von uns gesehen, aber nur ein paar gewusst: Rocheneier
In der historischen Wenglein-Ausstellung:
In der historischen Wenglein-Ausstellung:
... ca. 2.600 Vogel-Eier aus aller Welt
... ca. 2.600 Vogel-Eier aus aller Welt
... verschiedene ausgekochte Gewölle von Eulen und Greifvögeln
... verschiedene ausgekochte Gewölle von Eulen und Greifvögeln
... unterschiedliche Fuß"arten"
... unterschiedliche Fuß"arten"
... Flügelaufbau mit Zuordnung zur menschlichen Anatomie
... Flügelaufbau mit Zuordnung zur menschlichen Anatomie
... unterschiedlichste Schädel
... unterschiedlichste Schädel
... verschiedenste Vogelnester
... verschiedenste Vogelnester
... Inhalt von 50 ausgekochten Gewöllen der Waldohreule
... Inhalt von 50 ausgekochten Gewöllen der Waldohreule
... Skelett einer Wasseramsel
... Skelett einer Wasseramsel
Kurzer Abstecher zu den ca. 10.000 dekorativen Eiern aus aller Welt
Kurzer Abstecher zu den ca. 10.000 dekorativen Eiern aus aller Welt
Eierfärben mit natürlichen Farbstoffen
Eierfärben mit natürlichen Farbstoffen
Nicht nur Modelleisenbahn: die Fleischmann-Ausstellung
Nicht nur Modelleisenbahn: die Fleischmann-Ausstellung

Eisvogelgucken 3: Kein Jahr für Eisvögel

(14.03.2017) Sonntag, strahlender Sonnenschein, 40 Leute am Parkplatz beim Gögginger Wäldchen, die meisten mit Fernglas, ein paar Fotographen mit Riesentele. Warum schauen die alle so erwartungsvoll? Haben die vielleicht in unserem "Flugblatt" oder im NANU-Programm den Titel meiner Führung gelesen? „Eisvogelgucken an der Wertach"! Wo jetzt einen herzaubern? Letztes Jahr gab es die an der Wertach in Hülle und Fülle, aber den strengen Winter heuer haben viele nicht überlebt. Bin ja selbst schuld, hätte ich die Führung halt anders genannt. „Straßentauben am Gögginger Taubenturm“ z. B., oder „Auf der Suche nach dem seltenen Buchfink“. Aber nein, Eisvogel musste es sein. Wie jetzt die Fotographen und alle anderen zufriedenstellen?

 

Am besten mit anderen Vögeln ablenken. Schaut, da trägt ein Feldsperling Nistmaterial in ein Loch im Gehäuse der Straßenlaterne ein. Klick. Sieht gut aus im Riesentele. Da, eine Gebirgsstelze setzt sich vor uns ins Geäst, ganz nah, und wie gelb die leuchtet. Klick, klick. Pfeift es da nicht? Irgendwo müssen Stare sein. Stimmt, da schaut einer aus der Baumhöhle. Und der Partner sitzt daneben. Schnell, klick, klick. Aber die ändern ihre Position ja gar nicht. Zeit genug, klick, klick, klick. Der Star schaut da raus wie unsereins aus dem Fenster. Vielleicht ist das das Sonntagsprogramm bei Stars: Vogelguckergucken an der Wertach. Aber weiter geht es. Schon nahen 2 Wasseramseln, wie laut die singen. Und bleiben direkt vor uns sitzen, ganz nah. Da braucht man kein Riesentele, das macht das Handy. Ritsch-ratsch. Zugegeben, nicht alle Vögel spielen mit. Der Grünspecht lacht und lacht, der muss auf einem der Bäume hier sitzen. 80 Augen suchen, nichts zu finden. Da lacht er halt, der Grünspecht. Und meine 2 Mittelspechte, die ich kurz vor der Führung noch entdeckt hatte? Mucksmäuschenstill sind sie jetzt. Wir können doch nicht alle Bäume absuchen. Frühlingsstimmung allenthalben. Lautstark der Kleiber, schmetternd der Zaunkönig, perlend das Rotkehlchen, und dann noch der erste Zilpzalp. Doch, hat Spass gemacht! Und alle waren mit Eifer dabei, wie man den Bildern ansieht, die Marianne Fromm von uns geschossen hat.

 

Wer jetzt immer noch nicht dabei war: nächsten Sonntag ist letzte Chance, keinen Eisvogel zu sehen:  19.3.17, 9:30 Uhr bis 11:30 Uhr, Treffpunkt: Wertachkraftwerk Schießstättenstraße. (Martin Trapp)


Ausflug ins Thürheimer Ried und nach Wörleschwang

(11.03.2017) Eine Gruppe von 17 LBV-Mitgliedern hat sich zu einem Ausflug aufgemacht, um unsere neu erworbene Fläche im Thürheimer Ried und unsere Feuchtwiese in Wörleschwang zu begutachten.

Das Thürheimer Ried war ursprünglich ein Niedermoor, das im Rahmen eines Großprojektes wiedervernässt und renaturiert werden soll. Der LBV Augsburg konnte sich im Zuge eines Flächentausches bei der Bodenneuordnung 6,4 ha Feuchtwiese als Eigentümer sichern. Außerdem ist geplant, unsere Fläche künftig in ein übergreifendes Beweidungsprojekt einzubeziehen. Die Feuchtwiese soll Brut- sowie Rastmöglichkeiten für Wiesenbrüter wie Kiebitz, Bekassine und den Großen Brachvogel bieten. Geführt von Martin Trapp konnten die Teilnehmer neben zahlreichen Kiebitzen auch einige Kornweihen beobachten. Unter Pfosten und Bäumen, die Greifvögeln und Eulen als Ansitze dienen, bot sich Gelegenheit, einige Gewölle einzusammeln und zur späteren Bestimmung mitzunehmen.

Auf dem Rückweg nach Augsburg wurde an unserer Feuchtwiese in Wörleschwang Station gemacht. Die Fläche soll vorrangig als Nahrungsbiotop für das Storchenpaar in Wörleschwang dienen.  Nachdem die Pläne zur künftigen Pflege der Wiese besprochen wurden, kam es zum ornithologischen Höhepunkt des Ausfluges: Auf einer an unsere Fläche grenzenden Feuchtwiese entdeckten die Teilnehmer ein Paar Schwarzkehlchen – ein wirklich gelungener Abschluss eines  spannenden Ausfluges. (Christiane Gebauer)

So breit sind 6,4 ha ...
... und sooooo lang!
... und sooooo lang!
Tatsächlich: eine Feuchtwiese
Tatsächlich: eine Feuchtwiese
Gesammelte Gewölle von ...
... Eulen, zu erkennen an den Knochenanteilen
... Eulen, zu erkennen an den Knochenanteilen
unscharf aber trotzdem zwei Kornweihen: männlich (links) und weiblich (rechts)
unscharf aber trotzdem zwei Kornweihen: männlich (links) und weiblich (rechts)
Noch eine Kornweihe (männlich) ...
... und noch eine (weiblich)
... und noch eine (weiblich)
Holt mich hier raus, ich bin ein Star!
Holt mich hier raus, ich bin ein Star!
Und noch mehr Stare
Und noch mehr Stare
Unsere Fläche in Wörleschwang. Sehr mähbedürftig, aber Dietrich, Willi und weitere Aktive schaffen bald Abhilfe. Danke!
Unsere Fläche in Wörleschwang. Sehr mähbedürftig, aber Dietrich, Willi und weitere Aktive schaffen bald Abhilfe. Danke!
Unter anderem für diese beiden Bewohner wurde die Feuchtwiese von Wörleschwang angelegt.
Schwarzkehlchen (erkennbar am fehlenden weißen Überaugenstreif, sonst wäre es ein Braunkehlchen)
Schwarzkehlchen (erkennbar am fehlenden weißen Überaugenstreif, sonst wäre es ein Braunkehlchen)
 
 

Unser aktueller Beobachtungstipp: Haubenmeisen – wunderhübsch und oft übersehen

Quelle: LBV
Quelle: LBV
Quelle: Wikipedia (T. Voekler)
Quelle: Wikipedia (T. Voekler)

(04.03.2017) Geht man zurzeit durch Wälder und Parks spazieren, hört man oft ein leises „zizi gürr zizi gürr“. Weit schwieriger  ist es, den Sänger zu entdecken. Schafft man es doch, einen Blick auf den Vogel zu werfen, fällt sofort der schwarzweiß gesprenkelte Schopf auf, der dem  Tier den Namen gab. Es handelt sich um Haubenmeisen. Bei uns in Bayern sind Haubenmeisen sehr häufige Brutvögel. Die hübschen Tiere halten sich gerne versteckt im dichten Kronenbereich von Nadelbäumen auf und werden deshalb leicht übersehen. Am ehesten verraten sie sich durch ihren Gesang (hier anzuhören).

 

Haubenmeisen benötigen in ihrem Revier über das ganze Jahr hinweg Deckung und besiedeln Wälder, Parks, Gärten sowie Friedhöfe mit Nadelgehölz. Sie leben in einer monogamen Dauerehe und sind ihrem einmal gewählten Revier ganzjährig sowie lebenslang treu. Da die Vögel sich im Sommer von Insekten und Spinnen ernähren, im Herbst und Winter jedoch auf Sämereien zurückgreifen, können sie die kalten Winter bei uns gut überstehen. Das Weibchen hackt die Bruthöhle im morschen Holz meist selbst aus, mitunter nehmen sie aber auch vorhandene Höhlen und Nistkästen an. Ein mit Haubenmeisen besetzter Nistkasten im eigenen Garten bereitet jedem Naturliebhaber viel Freude. (Christiane Gebauer)


Eine gelungene Kooperation

Auch Haussperlinge nutzen manchmal Nistkästen.
Der weiß schon, wo er wohnen will.
Viele viele Graureihernester
Viele viele Graureihernester
Die Vogeltapete vom Parkhäusl passt perfekt zum "bird and breakfast"
Die Vogeltapete vom Parkhäusl passt perfekt zum "bird and breakfast"

(28.02.2017) Wir haben die Vögel, das Parkhäusl das leckere Frühstück. Zusammen wird daraus das "bird and breakfast". 29 Leute haben sich darauf eingelassen, und mehr hätten in den Frühstücksraum auch gar nicht reingepasst.

 

Aber erst mal ging es quer durch den Siebentischpark. Strahlender Sonnenschein bereits im frühen Morgen, kein Wunder, dass sich bei Buchfink, Rotkehlchen und Zaunkönig erste Frühlingsgefühle regten. Diese Sänger waren auch leicht zu beobachten, schwieriger wurde es mit den gleichfalls sehr aktiven Spechten. Von welchem Ast kam denn nun das Trommeln? Doch mit etwas Geduld wurde ein Buntspecht nach dem anderen entdeckt und nach männlich oder weiblich bestimmt. Gerne hätten wir auch den lachenden Grünspecht und den quäkenden Mittelspecht gesehen, doch deren Stimme ertönte immer aus dem Eck, in dem wir gerade nicht waren.

 

Offensichtlich gibt es noch immer viel zu fressen im Wald: ein Gimpel pflückte, von allen Teilnehmern interessiert beäugt, die Samen der Hainbuche, ein Buntspecht hatte sich gleich ein ganzes Büschel davon zwischen Brust und Ast geklemmt und kümmerte sich nun um sein breakfast. Spektakulär erwies sich wieder die große Graureiherkolonie. Reger Flugbetrieb herrschte bereits, immer wieder landeten Vögel mit Zweigen zum Nestausbau.

 

Wer diese Veranstaltung verpasst hat oder wem die Uhrzeit zu früh war, dem sei das Early bird für Langschläfer empfohlen: Sonntag 2.4.17, 10 Uhr, Treffpunkt vor dem Parkhäusl. Dann gibt es nach dem Vogelgucken aber kein Frühstück, sondern Kässpatzn (15 Euro für Kässpatzn + 1 Getränk + Führung). Bitte anmelden unter augsburg@lbv.de (Martin Trapp)


Unser aktueller Beobachtungstipp: Spießenten

(23.02.2017) Der Wind fegt über das Gennacher Moos. Lohnt sich trotzdem ein Besuch? Ja, ein Besuch lohnt sich immer, man muss nur genau hinschauen. Wer am Sonntag an dem Sparziergang zum Thema Eisvogel an der Wertach mit Martin Trapp teilgenommen hat und den Erläuterungen aufmerksam gefolgt ist, wird die Besonderheit auf dem Suchbild schnell erkennen. Auch im Gennacher Moos hält sich - ebenso wie an der Wertach südlich der Wellenburger Straße - momentan eine Spießente auf.

Die Spießente ist bei uns in Bayern regelmäßiger Durchzügler und Wintergast. Sie nutzt als Brutareal die nördlichen und gemäßigten Regionen Europas, Asiens sowie Nordamerikas. In Deutschland brütet sie nur selten – vor allem im Norddeutschen Tiefland. Als Biotop bevorzugt sie Gewässer mit dichter Ufervegetation und besiedelt flache Süßwassermarschen, Seen und Flüsse. Die Spießente gehört wie die Stockente zu den Gründelenten und kann mit ihrem langen Hals bis zu 50 cm Tiefe beim Gründeln erreichen. (Christiane Gebauer)

Wo bin ich? ... Richtig: in der Bildmitte!
Wo bin ich? ... Richtig: in der Bildmitte!
Leider kein Bild von uns sonder aus Wikipedia, dafür umso schöner Männchen (mit langem Spieß-Schwanz) und Weibchen erkennbar.
Eine sehr große Spießente, auch Weißstorch genannt :-). Ebenfalls regelmäßiger Gast im Gennacher Moos.

Auch schön: Eisvogelgucken ohne Eisvogel!

(19.02.2017) Wahrscheinlich wollten ja alle 25 Teilnehmer einen Eisvogel sehen. So war ja auch der Titel der Führung von Martin Trapp. Dummerweise wussten davon nur die Eisvögel an Wertach und Singold südlich der Wellenburger Straße anscheinend nichts. Aber so ist das nun mal mit der Vogelbeobachtung: nach Wunschliste geht da leider gar nichts.

Dafür entschädigte der Rest der Natur umso mehr: Strahlender Sonnenschein sowie Eis und Raureif der vergangenen Nacht an den Bäumen boten ein wunderbares Umfeld zur gemeinsamen Entdeckung von Wasseramsel, Zwergtaucher, Teichhuhn, Spießente, Bergfink, Star, Wacholder- und Singdrossel.

Und dies mit interessanten und unterhaltsamen Informationen unterlegt, ließ alle Teilnehmer schnell vergessen, dass wir ja eigentlich - ja was nochmal? Den Eisvogel! - sehen wollten.

Nicht umsonst war der Titel der Führung, wie Martin Trapp erklärte - ja auch: Eisvogel gucken 1 von 4.

Deshalb unbedingt am 5. März wieder mit dabei sein. Die Eisvögel 2 von 4 an der Mühlstraße beim Hessing-Therapiezentrum für Kinder (Augsburg-Göggingen) sind bereits informiert! (Bernd Achtnicht) 

Bestes Wetter für Beobachtungen - für Groß und Klein.
Spontanes Wettrennen von Blässhühnern?
Spontanes Wettrennen von Blässhühnern?
Bei der Suche nach der Spießente.
Aaah, da! Rechts neben den Stockenten.
Teichhühner
Teichhühner
Teichhühner leben auf großem Fuß!
Teichhühner leben auf großem Fuß!
Die Theorie zur Praxis.
Ohne Worte
Ohne Worte
Wer entdeckt die Wasseramsel?
Wer entdeckt die Wasseramsel?
Wasseramsel mit Nistmaterial
Wasseramsel mit Nistmaterial
Zwergtaucher und Teichhuhn
Zwergtaucher und Teichhuhn
Lebensgefahr für Teichhühner - nix wie weg
Lebensgefahr für Teichhühner - nix wie weg
 

Unser aktueller Beobachtungstipp: Rupfungen

Eulenfedern
Eulenfedern
Männliche Turmfalkenfedern
Männliche Turmfalkenfedern

(12.02.2017) Täglich spielen sich in der Natur große und kleine Dramen ab. Manche verraten sich an Hand ihrer Tatortspuren. Vögel wie Habicht, Sperber  oder Wanderfalke steuern meist ruhige Sitzwarten an, um ihre Beute zu rupfen. In Zeiten der Vegetationsruhe sind diese Plätze am ehesten zu entdecken. Größere Beute hinterlässt spektakuläre Federreste. In den letzten Tagen entdeckten wir Turmfalkenrupfungen in Schwabaich und in Augsburgs Wolfzahnau sowie eine Waldohreulenrupfung bei Gennach (siehe Bilder).

 

Eulenfedern fallen besonders durch ihre samtartige Struktur auf, die für den lautlosen Flug dieser Tiere verantwortlich ist. Das Schwarz am Ende der silberfarbenen Federn beim Turmfalken ergibt in der Kombination aller Schwanzfedern die arttypische schwarze Schwanzendbinde des Männchens.

 

Und wer war jetzt der Täter? Jedenfalls ein Vogel, denn nur diese rupfen, was am unbeschädigten Federkiel leicht  zu erkennen ist.  Wären Eule und Turmfalke Beute eines Fuchses oder  eines Marders geworden, wären die Federn abgebissen worden. (Martin Trapp)


Gennacher Moos: Nistkästen wiederentdeckt

(06.02.2017) Ein Team von vier Leuten hat unseren Birkenwald im Gennacher Moos durchstreift, um vor vielen Jahren aufgehängte Nistkästen zu suchen, zu kontrollieren und zu säubern. Es wurden 19 Nistkästen gefunden, darunter 5 Hohltaubenkästen, 1 Fledermauskasten und natürlich viele Meisenkästen.

Hohltaubenbruten konnten leider nicht festgestellt werden, obwohl sich außerhalb der Brutzeit regelmäßig Hohltauben im Gebiet aufhalten. Die Hohltaubenkästen waren dennoch nicht sinnlos, sie wurden von Kleiber, Feldsperlingen und wahrscheinlich einem Marder (abgebissene Federn im Kasten) bewohnt.

In den anderen Vogelkästen haben wir neben vielen Meisen- und Feldsperlingsnestern auch ein altes Hornissennest entdeckt. Ein besonderer Fund war der Kadaver eines Mäusebussards, der den harten Winter nicht überlebt hat. Belohnt wurde das Team für den Einsatz durch den Besuch eines Trompetergimpels und zweier Kolkraben. (Christiane Gebauer)


Stunde der Wintervögel: Auswertung für Augsburg

(2.2.2017) Schlimme Befürchtungen bestätigt: 2016 war ein schlechtes Jahr für Augsburgs Vogelwelt

Viele besorgte Bürgerinnen und Bürger haben es bereits vermutet: Dieser Winter verläuft weitgehend stumm, deutlich weniger Wintervögel besuchen Futterhäuschen und Meisenknödel in Garten oder Park. Diesen besorgniserregenden Verdacht bestätigt nun die Auswertung der diesjährigen Stunde der Wintervögel.

 

Vom 6. bis 8. Januar hatten bayernweit Menschen für eine Stunde lang Vögel in Garten, Park und am Balkon gezählt und dem LBV gemeldet. Diese größte naturkundliche Zählung in ganz Deutschland wird nun schon seit 2009 durchgeführt und liefert sehr wichtige Erkenntnisse für den Naturschutz. Nach Rekordzahlen im Winter 2016 mit hoher Bevölkerungsbeteiligung und sehr guten Zählergebnissen bei den Tieren sieht es in diesem Jahr allerdings bayernweit wie auch in Stadt und Land Augsburg erschreckend aus.

Zwar haben 25-30% mehr Menschen aus Augsburg an der Stunde der Wintervögel teilgenommen und es gab entsprechend auch deutlich mehr Meldungen aus der Stadt und dem Landkreis Augsburg als im Vorjahr. Aber allein die schiere Anzahl der gezählten Vögel spricht Bände, besonders dramatisch ist es in der Stadt Augsburg: Dort wurden trotz 25 % mehr Zählern nur 91% der Vogelzahlen des Vorjahres gezählt!

 

Sieht man sich die Artverteilungen an, so fallen bei allen Arten stark gesunkene Schwarmgrößen auf. Häufig wurden nur noch halb so viele Vögel einer Art wie im Vorjahr gezählt, dies gilt für praktisch alle Singvögel, die bei uns überwintern. Bei den Kohl- und Blaumeisen sind die Zahlen besonders stark eingebrochen. Lediglich die Amsel trat tendenziell häufiger auf als im letzten Jahr. Auch konnten sich Saat- und Rabenkrähen noch etwas weiter in der Rangliste verbessern, sie liegen unter den ersten zehn Vogelarten. 

 

Spektakuläre Arten wie der Fichtenkreuzschnabel, der im letzten Jahr häufiger zu beobachten war, waren dementsprechend rar. Einige Beobachter in Augsburg-Stadt konnten sich aber zumindest über die hübschen Seidenschwänze erfreuen, eine Vogelart, die in den strengen Taiga-Wintern zu uns in wärmere Gefilde flüchtet. 

 

Über die Ursachen für die bestürzenden Ergebnisse gibt es verschiedene Vermutungen: Zum Einen hatten einige Singvögelarten, darunter Kohl- und Blaumeise, teils völlige Brutausfälle zu verkraften, wohl ein Zeichen des Futtermangels in unseren ausgeräumten Agrarlandschaften und den immer weniger naturnahen Privatgärten.

Unter den Grünfinken grassiert dagegen seit 2009 ein Parasit, der der Art stark zusetzt. Vermutlich hatten zudem viele Wintervögel, die aus nördlicheren Gefilden zu uns wandern, aufgrund des sehr milden Winters kaum Zuglust verspürt und sind im nördlicheren Europa geblieben.

Die „üblichen Verdächtigen“ wie Katzen, Rabenvögel oder Greifvögel sind hingegen getrost als unschuldig zu bezeichnen, da keiner dieser potenziellen Feinde im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen hat.

 

Die Stunde der Wintervögel wirft somit auch neue Fragen auf – wir erhoffen uns von der Stunde der Gartenvögel, bei der vornehmlich Brutvögel gezählt werden, im Mai neue Erkenntnisse.  (Dagmar Blacha)


Unser aktueller Beobachtungstipp: Kormorane

(31.01.2017) Kormorane sind in unserer Region typische Wintergäste. Durch Zuzug aus dem Nordosten lassen sich ganze Trupps am Lech und den Stauseen beobachten. Traditionelle Schlafplätze liegen bei Ellgau und in der Nähe des Lechstaus 21.

 

In einem strengen Winter wie dieses Jahr, wenn sogar Fließgewässer wie Lech und Donau stellenweise zufrieren, haben auch  Kormorane Probleme, noch Zugang zu  fischreichen Gewässern zu finden. Immer wieder sieht man sie momentan im typischen Formationsflug, 50 Tiere und mehr, über die Stadt hinwegziehen. An ihrem Flugbild, durch ihren langen Schwanz erinnert dieses an ein liegendes Kreuz, sind sie leicht zu erkennen. 

 

Auch an ungewohnten Stellen lassen sie sich nun beobachten, wie auf den Bildern ersichtlich z. B. am Wertachkanal direkt hinter dem Gögginger Friedhof. Auf kurzer Distanz erkennt man dann die Merkmale, die den Kormoran zum erfolgreichen Fischjäger machen: Weit hinten ansetzende Beine mit Schwimmhaut an den Füßen als effektiver Unterwasserantrieb, ein dicker Schwanz als Ruder für schnelle Wendungen unter Wasser und ein Haken am Schnabel, der glitschige Fische festzuhalten vermag. (Martin Trapp)


Unser aktueller Beobachtungstipp: Wintergäste an der Wertach

(20.01.2017) Die gelungene Wertachrenaturierung zwischen Göggingen und Inningen hat nicht nur zur Attraktivitätssteigerung bei Spaziergängern beigetragen, sondern ist auch ein wertvoller Lebensraum für viele Wasservögel. Entlang der Ufer und der Inseln sind momentan unzählige Teichhühner zu sehen, welche sich normalerweise an kleinen, jetzt zugefrorenen Teichen und Gräben aufhalten.

 

Auch Zwergtaucher sind leicht zu beobachten. Absoluter Höhepunkt ist aber die Beobachtung einer Wasserralle (siehe untenstehende Bilder). Als Wintergast hält sie sich schon länger an diesem Wertachabschnitt auf und ist immer wieder schön zu sehen. Oder aber zu hören, sie quiekt wie ein Schweinchen. Die Wasserralle ist bei uns im Landkreis ein sehr seltener Brutvogel, z. B. in unserem Teichgebiet Schwabaich. Bestimmt wird sie aber oft übersehen, da sie sich (außer im Winter) kaum einmal aus der Deckung von Schilfgebieten traut.


Da zur Zeit unsere Stauseen zugefroren sind, ist die Wertach aber auch Zuflucht für manch interessante Entenart. Spießente, Pfeifente, Krickente, Schnatterente und Reiherente bevölkern neben vielen Stockenten die Fließstrecke. (Martin Trapp)

 

Unser aktueller Beobachtungstipp: Winterstorch

(10.01.2017) So viele Störche wie noch nie (über 250) überwintern zur Zeit in Bayern. In manchen Landkreisgemeinden sind sie bereits ein gewohnter Anblick, aktuell halten sich etwa 10 Weißstörche bei uns auf (z. B. Wörleschwang, Zusmarshausen, Dinkelscherben). Im Stadtgebiet Augsburg ist eine Storchenbeobachtung immer etwas Besonderes, auch im Sommer, erst recht aber im Winter. An der Wertach in Göggingen zwischen Wellenburger Straße und B17 hat man momentan gute Chancen. Seit 6.12. sucht ein Storch (siehe nachstehende Bilder) diesen Wertachabschnitt in unregelmäßiger Folge zwecks Nahrungssuche auf.

 

Muss man sich um einen Storch im Winter nun Sorgen machen? Nein, wie auch der Graureiher kann der sich auch von Mäusen und Würmern ernähren. Und gerade der Augsburger Winterstorch führt ja vor, wie eine erfolgreiche Nahrungssuche aussuchen kann: schnellen Schrittes durch die Wertach stapfen und nach aufgescheuchten kleinen Fischen schnappen. Kälte ist für solche Vögel übrigens noch das kleinste Problem, die haben ihren Daunenschlafsack ja immer dabei. Sollte wegen länger andauerndem Schneefall die Nahrungssuche kompliziert werden, muss er sich halt auf den Weg an den Bodensee oder gleich nach Südfrankreich machen. Das schafft ein Storch auch mit hungrigem Magen.

 

Ist der Winterstorch nun ein Bote des Klimawandels? Zwar gibt es bei Kleinvögeln auch in unserer Region immer mehr Individuen, die in unseren milden Wintern hierbleiben, sich auf das Risiko der Nahrungsverknappung einlassen, und dafür den gefährlichen und kräftezehrenden Zug in das Winterquartier sparen. Aktuell z. B. Zilpzalpe und Heckenbraunellen. Bei Störchen aber ist man sich da nicht so sicher. In Süddeutschland sind viele Störche Nachkommen von Zuchtstörchen aus der Schweiz oder dem Elsass, die früher zur Bestandsstützung freigelassen wurden und deren Verhalten  teilweise noch den menschlichen Einfluss erkennen lassen.

 

Füttern von Störchen ist jedenfalls weder erwünscht noch notwendig, Störche sollen Wildvögel bleiben. Anders ist es übrigens bei der Winterfütterung unserer Gartenvögel. Eine Meise oder ein Rotkehlchen schafft es nicht mehr mal kurz an das Mittelmeer. Dass die Singvögel aber trotz Winterfütterung nicht vom Menschen abhängig werden und die Gefahr einer Verhaustierung hier nicht besteht, zeigt schon die Tatsache, dass Vögel in den letzten Wochen die gut gemeinten Winterfütterungen ignorierten, da es in der Natur noch genügend Beeren und Insekten gab. (Martin Trapp)



Waldkauz - Vogel des Jahres 2017

commons.wikimedia.org - Bohuš Číčel
commons.wikimedia.org - Bohuš Číčel

(01.01.2017) Im folgenden ein Kurzportrait des Waldkauzes (Strix aluco)- übrigens ist er eine Eule, die Untergliederung in Käuze und Eulen gibt es nur im Deutschen (engl. Tawny Owl; franz. Chouette hulotte; schottisch: Jennie houlet)

Lebensraum

Lichte Laub- und Mischwälder mit altem höhlenreichen Baumbestand vom Tiefland bis ins Gebirge; Feld- und Hofgehölze, immer häufiger auch im Siedlungsbereich (selbst in Großstädten), dort in Parks, Alleen, Gärten mit altem Baumbestand, auf Friedhöfen; fehlt nur in weitgehend baumfreien Landschaften.

 

Brutbiologie

Überwiegend Höhlenbrüter, bevorzugt Baumhöhlen, auch Dachböden und Jagdkanzeln sowie großräumige Kästen, diese auch an oder in Gebäuden, ausnahmsweise Bruten in Nestern anderer Vögel bzw. am Boden; monogame Dauerehe; 1 Jahresbrut, selten Nachgelege; Gelege: (2)3-5(6) Eier, Weibchen brütet und hudert, wird vom Männchen versorgt; Brutdauer: 28-29 Tage/Ei; Nestlingsdauer: 29-35 Tage, dann verlassen Junge nicht flugfähig die Höhle; flügge erst im Alter von 6-7 Wochen; Aufzucht durch und Männchen und Weibchen (Männchen füttert nach der Huderphase auch selbst).

 

Phänologie

Jahresperiodik: Standvogel; Herbstbalz (Revierabgrenzung, Paarbildung) ab September bis Dezember, Balz sonst ab Ende Dezember, regelmäßig ab Ende Januar / Anfang Februar bis Ende März; Legebeginn ab Ende Januar / Anfang Februar v.a. ab Anfang März bis Ende März, auch späterer Legebeginn möglich; entsprechend der langen Legezeit auch sehr langer Zeitraum mit bettelnden Jungen, Ästlinge frühestens ab Anfang/Mitte April, überwiegend ab Mitte Mai bzw. Anfang Juni; Familienauflösung im Normalfall wohl erst ab Ende Juli.

 

Tagesperiodik

Dämmerungs- und nachtaktiv, Beginn der Gesangsaktivität in später Dämmerung bis in Dunkelphase.

 

Bitte beachten Sie dieses!!

Wird ein Junges auf dem Boden gefunden, so sollte dieses rasch auf einen Ast gesetzt werden und hernach in Ruhe gelassen werden. Die Altvögel finden ihr Junges! Nehmen Sie das Jungtier NICHT mit nach Hause!

(Stefan Höpfel)

 

 


Unser aktueller Beobachtungstipp: Schwanzmeisen

(04.01.2016) Schwanzmeisen sind ganzjährig bei uns, aber im Winter, wenn sie als größerer Trupp, meist im Familienverbund, umherziehen, sind sie besonders leicht zu entdecken. Die niedlichen Vögel mit ihrem winzigen Schnabel und dem langen Schwanz, der, wie die Balancierstange des Seiltänzers, beim Klettern an den äußersten Zweigen stabilisieren hilft, hört man meist zuerst. „Zerr, zerr“ scheint es von überall her zu tönen, bis der Beobachter dann die wenig scheuen, aber immer rastlosen Vögel entdeckt. Wenn Schwanzmeisen mit ganz weißem Kopf dabei sind, handelt es sich um Wintergäste aus Skandinavien, unsere haben einen dunklen Seitenstreif am Kopf.

 

Schwanzmeisen können einem im Auwald oder Park überall begegnen, gerne besuchen sie Futterstellen, an denen es Meisenknödel, Fettblöcke oder Energiekuchen gibt. So z. B. unsere Musterfutterstelle im Botanischen Garten Augsburg. Wer die verschiedenen Futtergeräte und die attraktive Riesenfuttersäule ganz hinten im Botanischen Garten noch nicht gesehen hat: ein Besuch lohnt sich schon deshalb, weil die Vögel dort eine recht geringe Fluchtdistanz haben, was schöne Beobachtungen und gute Fotos erlaubt. Am 6.1.17 um 10:00 Uhr können Sie dort an einer Führung des LBV Augsburg teilnehmen (Treffpunkt am Eingang des Botanischen Gartens).

 

Und nicht vergessen: vom 6.1. bis 8.1.17 findet wieder das große Bürgerforschungsprojekt „Stunde der Wintervögel“ statt. Unter www. stunde-der-wintervoegel.de können Sie die Maximalzahl pro Art, die Sie innerhalb einer Stunde gleichzeitig in Ihrem Garten beobachtet haben, eintragen. Meldebögen gibt es auch an der Kasse des Botanischen Gartens. Je mehr mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Und zu gewinnen gibt es auch etwas. (Martin Trapp)


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