Eleganz und Anmut

(30.11.2017) Silberreiher erfreuen uns in Deutschland mit ihrer anmutig weißen Erscheinung immer häufiger vor allem als Wintergäste und Durchzügler. Während vor Jahren gesichtete Silberreiher mit Freuden begrüßt wurden, können wir sie inzwischen regelmäßig – oft vergesellschaftet mit Graureihern – auf Feldern, Wiesen und an Gewässern im Winterhalbjahr beobachten. Die Vogelzählaktion „Die Stunde der Wintervögel“ des NABU und LBV macht es deutlich. Im Jahre 2011 wurden für ganz Deutschland 184 und für Bayern 13 Tiere gemeldet. 5 Jahre später zählten die Beobachter deutschlandweit 1.429, bayernweit 700 Silberreiher. Im Landkreis Augsburg wurden 2017 26 Reiher registriert. Wir können im Gennacher Moos inzwischen Ansammlungen von ungefähr 20 Tieren beobachten.

Wie kam es zu dieser Entwicklung? Über die Ursachen sind sich die Experten nicht einig, sie nennen verschiedene Annahmen. Ihnen zufolge liegt ein wichtiger Grund im Anstieg der Brutpopulation in nördlichen und kontinentalen Gebieten Osteuropas (Russland, Ukraine), wo die Reiher dem kalten Winter weichen, um in Deutschland Nahrung zu suchen. Zusätzlich haben die Tiere ihr Nahrungsspektrum erweitert. Während die Reiher früher auf Fische und Amphibien angewiesen waren, fangen sie inzwischen auch Mäuse und wirbellose Kleintiere. Durch diese Anpassung können sie sich trotz zugefrorener Gewässer ernähren und Frostphasen besser überbrücken. (Christiane Gebauer)

Silberreiher vergesellschaftet mit Graureihern auf der Sommerweide des LBV Augsburg im Gennacher Moos
Silberreiher vergesellschaftet mit Graureihern auf der Sommerweide des LBV Augsburg im Gennacher Moos

Wie einem der Schnabel gewachsen ist

 

Schnabelformen erzählen uns viel über die Ernährungsgewohnheiten und Jagdtechniken von Vögeln:

 

 

Kormoran
Kormoran

Kormorane ernähren sich überwiegend von Fischen, die sie bis zu einer Wassertiefe von 30 m verfolgen. Glatte, sich wehrende Tiere festzuhalten, ist nicht einfach. Aus diesem Grunde besitzen die Jäger einen kräftigen Schnabel mit einem Haken, mit dem sie ihre Beute hinter den Kiemen packen können. Die uns vom Lech und der Wertach in Augsburg vertrauten Gänsesäger sind auch Fischjäger und besitzen ebenso einen Schnabel mit Haken, der seitlich zusätzlich gesägt ist. Wir können beobachten, wie die Säger an der Wasseroberfläche mit dem Kopf unter Wasser schwimmen, um ihre Beute zu suchen und sie anschließend in einer Verfolgungsjagd zu fangen.

Graureiher
Graureiher

Graureiher fressen ebenfalls Fische, aber auch Amphibien, Mäuse, Kleintiere und Insekten. Sie nutzen verschiedene Jagdstrategien. Entweder belauern sie ihre Beute, schleichen sich an oder scheuchen sie durch langsames Waten auf. Mit ihrem Schnabel stoßen die Reiher dann wie mit einem Dolch zu.

Löffler
Löffler

Bei den Löfflern war der Schnabel namensgebend. Sie filtern ihre Nahrung mit ihrem langen, löffelförmigen Schnabel aus dem Wasser, indem sie ihn öffnen, durch seichtes Wasser waten und dabei den Kopf hin- und her bewegen. Im Landkreis Augsburg können wir diese hübschen Vögel mit ihrem außergewöhnlichen Schnabel wohl kaum beobachten, da sie in Bayern nur selten gesichtet werden. Die beiden Löffler auf dem Foto sind am Niederrhein auf Nahrungssuche.

Graugans
Graugans
Stockente
Stockente

Die nebenstehenden Vögel sind uns hier dagegen sehr vertraut. Graugänse und Stockenten halten sich bei uns an nahezu jedem Gewässer auf. Die Entenvögel besitzen einen relativ kurzen Schnabel, der mit einer weichen Haut überzogen und dessen Spitze mit einer harten Hornplatte versehen ist. An Ober- und Unterschnabel befinden sich jeweils zwei Lamellenreihen. Die äußere Schicht ist bei den Gänsen gröber und unterstützt die Vögel beim Abrupfen von Pflanzenteilen. Bei den Enten bilden sie gemeinsam mit der Zunge einen Seiapparat, mit dem Nahrung aus dem Wasser gesiebt werden kann. 

Uhu
Uhu

Der relativ kleine Hakenschnabel täuscht. Uhus können selbst Graureiher und Mäusebussarde als Beute erlegen. Die große Eule konnte in diesem Jahr in Augsburg im Rahmen der Eulenkartierung des LBV nachgewiesen werden. Uhus nutzen zum Ergreifen ihre Füße, die mit scharfen Krallen versehen sind. Getötet wird die Beute entweder durch einen Biss oder durch kräftiges Kneten mit den Füßen.

Uferschwalbe
Uferschwalbe

Mauersegler und Schwalben wie diese Uferschwalbe jagen im Fluge. Sie sperren ihren kurzen, breiten und spitzen Schnabel weit auf, um fliegende Insekten zu erbeuten. Uferschwalben graben ihre Bruthöhlen in sandige Steilwände und besiedeln bei uns Sandgruben am Lech.

Gartenbaumläufer
Gartenbaumläufer

Gartenbaumläufer sind in Bayern häufig zu finden. Sie benötigen in ihrem Lebensraum grobborkige Bäume. Ihr gebogener Schnabel ist wunderbar dazu geeignet, Moos bedeckte Rindenteile abzusuchen und in Ritzen zu stochern. Die Vögel suchen Kleininsekten zwischen Flechten und Moosen an Stämmen von Bäumen. 

Bachstelze
Bachstelze

Ihr Name kann in die Irre führen. Bachstelzen brüten nicht nur an Bächen, sondern an vielen unterschiedlichen Orten, sofern sich Nischen oder Halbhöhlen für die Anlage des Nestes und Flächen mit spärlicher Vegetation zur Nahrungssuche finden. Wir können beobachten, wie sie ausgeprägt mit dem Schwanz wippend auf Freiflächen hin und her schreiten und nach Insekten picken. Der spitz zulaufende Schnabel kann wie eine Pinzette eingesetzt werden, um Insekten zu fangen oder vom Boden aufzulesen. 

Grünling / Grünfink
Grünling / Grünfink

Finken wie dieser Grünling sind vergleichsweise kleine Singvögel mit einem kegelförmigen, kräftigen Schnabel. Mit ihm können sie auch härtere Samen aufbrechen und schälen. Außerhalb der Brutzeit sind Finken sehr gesellig und häufig zur Nahrungssuche in Schwärmen unterwegs.

(Christiane Gebauer)


Rätselvogel

 

Wer bin ich?

1. So rufe ich

2. So sieht mein Flugbild aus:

3. Diese Federn habe ich verloren:

4. So sieht meine Trittspur aus:

5. Wann ist mir mir zu rechnen? 

Ab Ende Oktober ziehe ich seit einigen Jahren im Herbstzug in west-südwestlicher Richtung über Südbayern.

 

Na, haben Sie mich erraten?

Hier können Sie prüfen, ob Ihre Vermutung richtig war.

 

Übrigens: Wer mich im Landkreis Augsburg sieht, bitte dies an unseren Vorsitzenden Martin Trapp (augsburg@lbv.de) weitermelden.

 

Christiane Gebauer


Wasseramseln im Augsburger Stadtwald: nahezu gleichbleibender Bestand

(18.10.2017) 10 Stunden Zeit, gute Lagepläne, wasserdichte Wathosen und Handschuhe. Das braucht man, um die 44 Wasseramsel-Nistkästen im Augsburger Stadtwald zu kontrollieren und zu reinigen bzw. instandzusetzen. Und wenn dann noch die Sonne dazu scheint - umso besser! Genau so war es am zweiten Oktober-Wochenende als Sabine Sagi, Christiane Gebauer, Bernd Czerwenka und Bernd Achtnicht zur jährlichen Kontrolle der Wasseramsel-Nistkästen im Stadtwald ausrückten. Die regelmäßige Überprüfung zeigt, welche Nistkästen bebrütet werden und erlaubt so Rückschlüsse auf den Wasseramselbestand im Stadtwald. Und der ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren erfreulicherweise nahezu gleich geblieben wie die Kontroll-Ergebnisse zeigen (siehe auch Übersichtskarte mit farbigen Nistekastenpositionen in den nachstenenden Bildern):

  • Anzahl Wasseramselnistkästen im Augsburger Stadtwald: 44 Stck. 
  • von Wasseramseln belegt (in der Karte grün hinterlegt): 16 Stck.
  • nicht von Wasseramseln belegt (in der Karte weiß hinterlegt): 23 Stck. (dafür teilweise aber andere Nester wie Zaunkönig oder teilweise auch Bachstelze) 
  • wahrscheinlich bebrütet, aber weil nicht zugänglich nicht sicher (in der Karte blau hinterlegt): 3 Stck.
  • neu installierte Nistkästen (in der Karte gelb hinterlegt): 2 Stck.

Damit befindet sich gut die Hälfte des bekannten Augsburger Wasseramselbestandes im Bereich des Stadtwaldes, was wie auch in vielen anderen Belangen die Bedeutung dieser Naturoase für Augsburg unterstreicht.

Um auch die Fahrstrecken zwischen den Wasseramselkästen sinnvoll zu nutzen, wurden quasi nebenbei auch noch 55 der im vergangenen Jahr neu vom LBV im Stadtwald montierten Nistkästen für Meise, Kleiber, Rotschwanz, Fledermaus & Co. kontrolliert und gereinigt. Eine für uns besondere Überraschung waren drei Fledermäuse, die bereits einen der neuen Kästen als Ruhestätte bezogen haben.

Zwei schöne Tage mit viel Natur, netten Menschen und dem guten Gefühl etwas Sinnvolles gemacht zu haben. (Bernd Achtnicht)

Übersicht der Nistkästen im Stadtwald
Übersicht der Nistkästen im Stadtwald
Brutnachweis! Wasseramselnest aus einem Nistkasten im Stadtwald
Brutnachweis! Wasseramselnest aus einem Nistkasten im Stadtwald
Ohne Wathose geht bei der Nistkastenkontrolle gar nichts!
Ohne Wathose geht bei der Nistkastenkontrolle gar nichts!
Wasseramselnistkasten mit Nest am Lochbach
Wasseramselnistkasten mit Nest am Lochbach
Anbringung eines neuen Nistkastens
Anbringung eines neuen Nistkastens
Auch sowas erlebt man bei der Nistkasten kontrolle: Flächen mit Deutschem Enzian
Auch sowas erlebt man bei der Nistkasten kontrolle: Flächen mit Deutschem Enzian
Überraschung im Nistkasten: 2 Fledermäuse haben sich einquartiert
Überraschung im Nistkasten: 2 Fledermäuse haben sich einquartiert
Eigentlich ist die Kontrolle von Nistkästen ganz ungefährlich, oder?
Eigentlich ist die Kontrolle von Nistkästen ganz ungefährlich, oder?
 

Haben wir LBVler es gut!

(16.10.2017) Andere kurven samstags fluchend durch die Stadt und finden nirgendwo einen Parkplatz - 

wir fegen im flotten Rechenschwung über die Staudämme am Lechstau 21 und häufen das Mähgut geschwind zu Schwaden.

 

Andere dümpeln samstags beim wöchentlichen Badetag im künstlich aromatisierten Wiesenkräuterschaumbad -

wir arbeiten im Schweiße unseres Angesichts im Wiesenkräuterstaub und erzielen ganz andere Duftnoten.

 

Andere schleppen sich sonntags tütenbehängt einkaufsbummelnd durch die Stadt und werden wieder zu Hause beim Blick in den Geldbeutel von Weinkrämpfen geschüttelt -

wir sehen zu unseren Füßen die Kreuzotter schlängeln und über unseren Köpfen das in den Fängen eines Habichts entschwebende Blässhuhn und merken, wie sich unsere Herzen voll unbezahlbarer Glücksmomente weiten.

 

Andere müssen samstags ihr Auto bürsten und striegeln, damit der Nachbar vor Neid erblasst –

wir sorgen dafür, dass unsere Dämme auch 2018 wieder im Glanze unzähliger Orchideen, Enziane und Küchenschellen erstrahlen werden.

 

Haben wir LBVler es gut!

Herzlichen Dank an die 34 Helfer beim Mähen und Abrechen!

(Martin Trapp)

 

Ein Arbeitseinsatz mit Belohnung!

(07.10.2017) Vier Augsburger LBVler (Ulrich Wollenhaupt, Manfred Lang, Wolfgang Zilling und ich) wurden heute früh um 8:00 Uhr mit Pickel und Rechen von der Wasserwacht auf der Kiesinsel im Stausee Stau 23 ausgesetzt.

 

Arbeitsauftrag: Entkrauten der Kiesinsel, damit der Flussuferläufer seine Eier ablegen kann.

 

Die Limikolen haben offenbar mitbekommen, dass wir uns für sie so abrackern.

Als Dankeschön sind sie an uns in nächster Nähe vorbeigeflogen und haben sich auf der Nachbarinsel niedergelassen: Flussregenpfeifer. Bruchwasserläufer und Flussuferläufer.

 

Es war richtig schön, auch die Stimmung über dem See mit Sonne und Wolken.

Da konnte man die Kreuzschmerzen leicht vergessen.

Ein schöner Arbeitseinsatz mit Herrn Herzog und drei weiteren Mitgliedern der Kreisgruppe Friedberg. (Susi Botsch)


Vogelzug am Augsburger Müllberg

(30.10.2017) So hatte sich der Vorsitzende der LBV Kreisgruppe Augsburg den Start der Führung zum Vogelzug sicher nicht vorgestellt: eingeschränkte Sicht durch Nebel und dann auch noch ein verschlossenes Eingangstor am Zugang zum renaturierten Müllberg in der Firnhaberau. Alles aber halb so schlimm, wenn man wie Martin Trapp einen nicht weniger interessanten Schleichweg über den Europaweiher kennt und mit Informationen zum Vogelzug an mehreren Zwischenstopps den kleinen Umweg auf den Müllberg auflockern kann.

 

So wurde beim Spaziergang zur Bergkuppe  z. B. erklärt

  • warum ca. die Hälfte aller Vögel in Bayern in der kalten Jahreszeit in wärmere Gebiete ziehen: der Hauptgrund ist sicherlich in den jahreszeitlich unterschiedlichen Nahrungsangebot zu sehen. Während Insektenfresser wie z. B. Schwalben in den Sommermonaten hier reichlich Nahrung finden können ist es im Winter so kalt, dass kaum noch Insekten umherfliegen und große Vogelpopulationen an Nahrungsmangel zugrunde gehen würden. Das Ausweichen nach Norden im Sommer und nach Süden im Winter hat außerdem den Vorteil der längeren Taghelligkeit und damit mehr Zeit für die Nahrungssuche.
  • zu welcher Tageszeit die Vögel ziehen: die überwiegende Zahl der Zugvögel zieht in den Nacht- oder frühen Morgenstunden, da hier die geringste Gefahr durch Fressfeinde droht und außerdem die Windverhältnisse für energiesparenden Flug deutlich günstiger sind. Das ist auch der Grund, warum Zugvogelbeobachtungen am besten sehr früh am Tag erfolgen. In Südeuropa und Afrika spielt darüber hinaus natürlich auch die nachts angenehmere Temperatur eine Rolle.
  • dass der Vogelzug zum größten Teil genetisch festgelegt ist: sowohl die Flugrichtung als auch die Flugdauer sind angeboren. So zeigen Zugvögel, selbst wenn sie (durch menschliche Aufzucht) keinen Kontakt zu frei lebenden Artgenossen haben, im Frühjahr und Herbst die typische Zugunruhe in Form von erhöhter Aktivität. Auch die identische Hauptzugrichtung wie bei den freilebenden Artgenossen ist bei diesen Vögel eindeutig nachweisbar.
  • warum der Müllberg gut für die Beobachtung von Zugvögeln geeignet ist: die Flughöhe der Zugvögel liegt zumeist deutlich unter 1000 m und obwohl der Müllberg mit seinen 55 m nicht gerade sehr hoch ist, stellt er doch im näheren Umkreis eine deutliche Erhebung dar, welche - wie die Gruppe später selbst sehen konnte - die Beobachtung und Erfassung von Zugvögeln deutlich erleichtert.

 

Oben am Müllberg angekommen, traf die Gruppe schon auf fünf aktive Zugvogelbeobachter von der AG Ornithologie des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben, die bereits seit 6 Uhr vor Ort sind und den Vogelzug genau dokumentieren. Darunter auch Robert Kugler, stellvertretender Vorsitzender der AG Ornithologie, der ab hier auch die Führung der Gruppe übernahm.

 

Zunächst wurde eindrucksvoll die Vorgehensweise der Zugvogeldokumentation erklärt:

Es wird versucht, jeden über den Müllberg ziehenden Vogel zu erfassen: für Laien ist die sekundenschnelle Artenbestimmung der teilweise im Nebel nur kurz sichtbaren kleinen schwarzen Punkte nahezu unglaublich. Doch wie Robert Kugler erklärte, kann der versierte Beobachter anhand von artenspezifischen Zugrufen, dem Flugbild (z. B. wellenförmiger Flug oder Frequenz des Flügelschlags) und körperlichen Besonderheiten die Art sehr gut identifizieren. Neben der Uhrzeit in 15-Minuten-Abschnitten wird auch die Flugrichtung protokolliert. Und so hörte man während der Erklärungen von Robert Kugler im Hintergrund immer wieder Ansagen wie "Drei Rauchschwalben Südwesten", oder "15 Buchfinken Süden".

Insgesamt kommen bei den jährlich 14 bis 19 ehrenamtlichen Zähltagen des naturwissenschaftlichen Vereins über 10.000 dokumentierte Einzelzählungen zusammen: ein wichtiger Beitrag zur wissenschaftlichen Erfassung und zum Verständnis des in Teilen noch immer nicht vollständig geklärten Vogelzuges.

Eine Tafel mit statistischer Auswertung der erfassten Flugrichtungen zeigte eindeutig Südwesten als Hauptzugroute, d. h. die Alpen werden bei den "Augsburger Zugvögeln" zum allergrößten Teil westlich umgangen.

 

Viele der typischen Zugvogelarten konnten während des Aufenthalts am Müllberg auch von der Gruppe beobachtet werden: Buchfinken (der zahlenmäßig häufigste Zugvogel), Stare, Ringeltauben, Schwalben, Bach- und Gebirgsstelzen, Wiesenpieper und Singdrossel. Aber auch Besonderheiten wie Heidelerchen waren (nach Hinweis und Erklärung von Robert Kugler) zu erkennen. Und nachdem der Nebel langsam weniger wurde, zeigten sich am Müllberg auch Standvögel wie Kleiber, Mäusebussard oder Grünspecht.

 

Neben vielen weiteren Informationen z. B. zur "Einwanderung" von Seidenschwanz, Kernbeißer & Co. aus den nordischen Ländern, bzw. Polen oder Russland während dort sehr kalter Winter hatte Robert Kugler auch verschiedenste Bücher zum Vogelzug dabei, deren Vorstellung und anschließende Durchsicht eindeutig "Lust auf mehr" machten. (Bernd Achtnicht)

Martin Trapp begrüßt die 11 interessierten Teilnehmer
Martin Trapp begrüßt die 11 interessierten Teilnehmer
Angekommen auf dem Augsburger Müllberg
Angekommen auf dem Augsburger Müllberg
Versierte Beobachter des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben bestimmen die Arten auch bei schlechter Sicht
Versierte Beobachter des  Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben  bestimmen die Arten auch bei schlechter Sicht
Robert Kugler bringt der Gruppe den Vogelzug näher
Robert Kugler bringt der Gruppe den Vogelzug näher
Der Nebel lichtet sich und man erahnt die grandiose Aussicht vom Müllberg
Der Nebel lichtet sich und man erahnt die grandiose Aussicht vom Müllberg
117 Ringeltauben auf dem Zug über den Augsburger Müllberg
117 Ringeltauben auf dem Zug über den Augsburger Müllberg
Auch die Menschen zieht es im nahgelegenen Gersthofen in den Himmel
Auch die Menschen zieht es im nahgelegenen Gersthofen in den Himmel

Bestes Sammelergebnis: Danke an die Schülerinnen der Mädchenrealschule St. Ursula

(26.09.2017) Die Mädchenrealschule St. Ursula Augsburg lag dieses Jahr beim Ergebnis der Sammelwoche an der Spitze, in keiner anderen Realschule Bayerns haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ein besseres Resultat erzielen können - gut 43 € je Schülerin! Zu verdanken ist das zum Einen den hochmotivierten Kindern, die mit Feuereifer für den LBV gesammelt haben und dabei kaum zu bremsen waren. Zum Anderen gilt unser herzlicher Dank aber der aufgeschlossenen Schulleiterin Fr. Mayer und insbesondere auch der koordinierenden Lehrerin, Fr. Dorn, die die Begeisterung bei den Kindern geweckt und gefördert hat und die Sammlung in den teilnehmenden Klassen organisiert hat. Eine tolle Sache!

 

Auf großes Interesse stießen bei der Preisübergabe die Berichte von Martin Trapp über die Vögel, die in der Stadt vorkommen, ja teils vor den Schultüren von St. Ursula zu beobachten sind. Und so freuen sich die Kinder nun sicherlich nicht nur über das versprochene Eis, das aus dem Preisgeld bezahlt wird, sondern auch über die ein oder andere Idee zur Naturbeobachtung vor Ort, die in der kommenden Zeit umgesetzt wird.

 

Wir bedanken uns herzlich für dieses tolle Engagement für den LBV und Bayerns Natur und freuen uns schon auf die weitere, vielversprechende Zusammenarbeit! (Dagmar Blacha)

Schülerinnen der Mädchenrealschule St. Ursula mit dem 1. Vorsitzenden der LBV-Kreisgruppe Augsburg, Dr. Martin Trapp (links außen) sowie der Schulleiterin Fr. Doris Mayer (hinten rechts) und der Fachlehrerin Fr. Sonja Dorn (vorne rechts)
Schülerinnen der Mädchenrealschule St. Ursula mit dem 1. Vorsitzenden der LBV-Kreisgruppe Augsburg, Dr. Martin Trapp (links außen) sowie der Schulleiterin Fr. Doris Mayer (hinten rechts) und der Fachlehrerin Fr. Sonja Dorn (vorne rechts)

Graureiher

(10.09.2017) Graureiher sind in Bayern zerstreut verbreitet und spärliche Brutvögel. Für den LBV Augsburg besitzen sie insofern eine besondere Bedeutung, als sich an dem vom LBV gepachteten Burghofweiher bei Schwabaich seit einigen Jahren eine kleine Brutkolonie befindet. Die lebhaften Streitereien der Vögel geben dem Weiher zur Brutzeit eine besondere Atmosphäre. Auch im Gennacher Moos sind sie das ganze Jahr über regelmäßige Nahrungsgäste.

 

Als einzige Reiherart unterliegen Graureiher in Bayern dem Jagdrecht. Nach §19(2) AVBAYJG darf die Jagd in der Zeit vom 16.9. – 31.10. im Umkreis von 200 m um geschlossene Gewässer (Fischereigesetz Bayern) ausgeübt werden. In allen anderen Bundesländern sind die Tiere ganzjährig geschont. Die Schonzeit wurde in Bayern 1983 zum Teil aufgehoben, da Schäden in der Teichwirtschaft dem Reiher zugerechnet wurden. Seither haben die Abschusszahlen zugenommen. Im Jahre 2008 wurden beispielsweise 4.814 Vögel erlegt. Der Brutbestand in Bayern wurde 2008 auf 2.100 Paare geschätzt. Man kann davon ausgehen, dass viele rastende und durchziehende Tiere von der Jagd betroffen sind, da die Abschusszahlen deutlich über dem Brutbestand liegen. Gleichzeitig ist die Anzahl der brütenden Vögel in Bayern von 1995 bis zum Jahre 2008 um 20 % zurückgegangen. (Christiane Gebauer)

Gemeinsam sind wir stark

Singen mit vollem Körpereinsatz
Singen mit vollem Körpereinsatz
Ab nach Hause – die hungrigen Schnäbel stopfen
Ab nach Hause – die hungrigen Schnäbel stopfen
Beste Freunde
Beste Freunde
„Runter von meiner Nase – das geht zu weit!“
„Runter von meiner Nase – das geht zu weit!“
Gemeinsam sind wir stark
Gemeinsam sind wir stark

 

(22.08.2017) Besuchen wir die Galloway-Rinder des LBV Augsburg im Gennacher Moos, sind sie allgegenwärtig -  auf dem Rücken der Rinder, zwischen ihren Beinen und selbst auf ihrer Nase nach Nahrung suchend: die Stare. Wer sind diese Tiere?

 

Sie gehören in Bayern zu den häufigsten Brutvögeln. Bei der Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ des LBVs nimmt der Star in diesem Jahr im Landkreis Augsburg den zweiten Platz nach dem Haussperling ein.

 

Warum sind sie so zahlreich? Wichtige Aspekte sind ihre gute Anpassungsfähigkeit und ihr soziales Wesen. Ihre Flexibilität zeigt sich bei der Nahrungswahl und im Zugverhalten. Stare fressen im Frühjahr bis in den Frühsommer hinein überwiegend Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken, ab Sommer greifen sie dagegen verstärkt auf Obst und Beeren zurück. Das Zugverhalten können die Vögel den gegebenen Umweltbedingungen anpassen. Entweder verharren sie je nach Region und Wetterlage im Winter am Brutplatz, streichen in größeren Gebieten umher oder ziehen in wärmere Bereiche. Die bayerischen Stare fliegen beispielsweise vor allem nach SW-Europa bzw.  in den Maghreb und haben ihr Verhalten der Klimaerwärmung angepasst, indem sie als Mittelstreckenzieher ihre Zugstrecke verkürzt haben.

 

Das soziale Wesen können wir unter anderem bei der Nahrungssuche beobachten. Zum Nahrungserwerb sind diese Tiere das ganze Jahr über in Schwärmen und kleineren Trupps unterwegs. Außerhalb der Brutzeit bilden sich oft riesige Ansammlungen. Wir können im Herbst Schwärme mit 10.000 Vögeln sehen, die uns mit spektakulären Flugmanövern begeistern. Die Tiere reagieren noch mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 Stundenkilometern auf die Nachbarvögel in der Starenwolke. Dabei vollziehen sie blitzschnell Wendungen, so dass die Vogelmasse wie ein einziges Wesen wirkt. Das ganze Jahr über gemeinsam genutzte Schlafplätze bieten Schutz vor Feinden und vor schlechter Witterung. Die soziale Lebensweise der Stare zeigt sich auch im Brutverhalten. Sie ziehen ihre Jungen meist in lockeren oder dichteren Kolonien auf, wobei ein Männchen durchaus mit mehreren Weibchen verpaart sein kann und Weibchen mitunter ihre Eier auch in fremde Bruthöhlen legen. Wer sich für das Familienleben der Stare interessiert, sollte die Website von Klaus Stampfer aus dem LBV Augsburg  besuchen (www.klaus-stampfer.de). Er hat einen Starenkasten mit einer Kamera ausgestattet und die Jungenaufzucht bildlich dokumentiert. Unter anderem können wir sehen, dass das Starenmännchen das Nest mit Blumen schmückt und mehrmals umdekoriert. Welches Starenweibchen kann da noch widerstehen?

 

(Christiane Gebauer)


Eine schöne Tradition: die Fledermausnächte des LBV Augsburg

(10.08.2017) Auch 2017 laden wir Sie wieder herzlich zu 2 interessanten (und in den letzten Jahren stets gut besuchten) Batnights ein:

 

Samstag, 12.8.17, ab 16 Uhr:

Fledermausnacht des LBV Augsburg im Rahmen des Beleuchtungsabends des Botanischen Gartens

In altbewährter Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten werden im Infopavillon unsere Fledermausexperten zur Beantwortung Ihrer Fragen bereit stehen, finden Sie dort Infomaterialien zu dieser spannenden Tiergruppe, können Sie am Glücksrad nette Gewinne erdrehen. Kinder haben bestimmt Spaß am Bemalen von Salzteigfledermäusen, die sie dann gerne mit nach Hause nehmen können. Gegen später, wenn es nicht mehr so heiß ist, kann ein Fledermauspflegling bewundert werden. Um 21 Uhr begeben wir uns mit Ihnen auf Fledermauspirsch mit Batdetektor. Wir können bis zu 4 Führungen parallel anbieten. Da trotzdem die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir Sie bei Interesse um rechtzeitige Meldung bei uns am Infopavillon.

 

Der 2. Termin findet im Rahmen der europaweiten European Batnight statt:

Samstag,  26.8.17, 20:30 Uhr bis 22:00 Uhr:

Fledermausbeobachtung an der Wertach in Augsburg

Treffpunkt: Augsburg-Göggingen, Wellenburger Straße, auf der Brücke über die Wertach

Mit etwas Glück und bei passendem Wetter werden wir an der Wertach von Fledermäusen umschwirrt, sehen wir sie im Schein der Brückenbeleuchtung unter uns kreisen und hören sie im Batdetektor laut knattern.

 

(Martin Trapp)


Wenig Spatz, viel Katz – und ein toller Hauptgewinn

(30.07.2017) Bestimmt haben die über 10000 bayerischen Bürgerforscher aus reiner Freude an der Natur an der diesjährigen Zählaktion zur Stunde der Gartenvögel teilgenommen. Doch ausgerechnet für einen Vogelfreund aus unserem Landkreis hat sich die Teilnahme nun doppelt gelohnt. Theresa Müller von der Bezirksgeschäftsstelle Schwaben und Martin Trapp von der Kreisgruppe Augsburg durften ihm im Auftrag des LBV den Hauptpreis, ein Spitzenfernglas von Swarowski, überreichen. Der glückliche Gewinner wusste viel zu erzählen, von früher, als er noch Vögel züchtete, aber auch von seinen zahlreichen Gartenvögeln, die von ihm ganzjährig mit Futter versorgt werden. Wir konnten selbst den regen Betrieb an der Futterstelle beobachten, sahen Meisen, Feldsperlinge, Eichelhäher, und auch der Grünspecht saß im Nachbarbaum.

 

Häufigster Vogel bei der Stunde der Gartenvögel war im Landkreis Augsburg der Haussperling, gefolgt von Star, Feldsperling und Amsel. Auch in der Stadt Augsburg  führte der Haussperling die Rangliste an, hier folgten Amsel, Star und Kohlmeise. Bayernweit fällt beim Haussperling jedoch ein sorgenerregender Abwärtstrend in Städten wie München, Erlangen, Coburg oder Hof auf, vermutlich Folge einer intensiven Nachverdichtung und Flächenversiegelung . Gleichzeitig abgefragte Daten zum Auftreten von Katzen zeigen, dass fast jeder bayerische Garten oft, wenn nicht sogar täglich Besuch von einer Katze bekommt, wodurch auf die Tierwelt im Garten ein unnatürlich hoher Jagddruck ausgeübt wird.

 

Wenn Sie nun selbst beitragen wollen, die Datengrundlage zu verbessern oder auch gerne einen attraktiven Preis gewinnen möchten, die nächste Chance gibt es bei der Stunde der Wintervögel vom 5. bis 7. Januar. (Martin Trapp)


Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste Damm im ganzen Land?

Aber hallo, natürlich ist das eine rein rhetorische Frage. Wo anders als an "unserem" Stau 21 blühen solche Mengen an Orchideen, flattern die seltensten Bläulinge, schlängeln sich die schönsten Kreuzottern und Schlingnattern? Wir tun ja auch was dafür, genauer gesagt Dietrich Peter, Marianne Fromm, Willi Behringer und Armin Hörz aus unserer Kreisgruppe. Die haben nämlich die aufkommenden Weiden abgesäbelt, die Goldruten rausgerupft und das Allerweltsgrün abgemäht, damit die uns die Kostbarkeiten nicht überwuchern.

 

Und jetzt kam unser Einsatz:

 
 
 

Uns war klar: wir kommen wieder! (Martin Trapp)


Nachwuchsfreuden bei den Blässrallen

(23.07.2017) Blässrallen (auch Blässhühner genannt) sind bei uns sehr häufige und weit verbreitete Brutvögel. An nahezu jedem Teich, See, Baggerloch oder Stausee sind sie zahlreich zu finden und für alle Naturbeobachter mit ihrem schwarzen Kleid ein selbstverständlicher Anblick. Während der Nachwuchs im Jugendalter mit braunschwarzem Gefieder und weißlicher Kehle und Brust eher schlicht wirkt, sind Jungtiere im Dunenkleid mit leuchtend rotem Stirnschild und Schnabel sehr auffällig und besitzen eine sehr eigene Art  von Schönheit, die oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist. (Christiane Gebauer)

Noch allein
Noch allein
Brautwerbung
Brautwerbung
Warten auf den Nachwuchs
Warten auf den Nachwuchs
Endlich da!
Endlich da!
Fütterungszeit
Fütterungszeit
Welt – ich komme!
Welt – ich komme!
Einige Zeit später – kaum wiederzuer-kennen
Einige Zeit später – kaum wiederzuer-kennen
 

Samstag, 15. Juli: NANU wird 10 und wir feiern mit

 

Wir gratulieren NANU zum 10-jährigen Bestehen!

 

(11.07.2017) Dank NANU sind in Augsburg verschiedene Verbände, aber auch freiberufliche Umweltbildner bestens vernetzt. Sichtbarer Ausdruck ist das vielfältige NANU-Programm, das jeden Februar von vielen Augsburgern sehnlichst erwartet wird und das auch wir mit vielen, immer gut besuchten Führungen bereichern.

Wir haben dank NANU viele neue Kontakte und neue Freunde gewonnen.

 

Am

 

     Samstag 15. Juli, feiert NANU

     ab 18 Uhr

 

mit einem Empfang im Rahmen des Beleuchtungsabends im Botanischen Garten. Anschließend präsentieren sich die Mitgliedsverbände bis 24 Uhr mit einem vielfältigen Programm.

Der LBV Augsburg beteiligt sich mit einem Infostand über Eulen (18 bis 23 Uhr im Seminarraum) und einer Fledermausführung um 22 Uhr. Wir freuen uns über Ihren Besuch! (Martin Trapp)


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