Warum sind unsere Wasservögel winterfest?

So funktioniert der "Wärmetauscher" in den Füßen der Wasservögel
So funktioniert der "Wärmetauscher" in den Füßen der Wasservögel
Ein sich das Bauchgefieder pflegender Höckerschwan
Ein sich das Bauchgefieder pflegender Höckerschwan

(27.01.2018) Auf dem Lech, der Wertach und unseren Stauseen sammeln sich im Winter zahlreiche Wasservögel, um an eisfreien Stellen die kalte Jahreszeit zu verbringen. Die Kälte scheint die Tiere nicht zu stören. Was macht sie so widerstandsfähig?

 

Zunächst besitzen die Vögel am Körper Daunenfedern, die vor Auskühlung bewahren und von Deckfedern geschützt werden. Das Gefieder ist wasserabweisend, da die Tiere regelmäßig ein öliges Sekret aus der Bürzeldrüse gründlich in ihm verteilen. So können Wasservögel Kälte und Nässe am geschützten Körper gut überstehen.

 

Was ist mit den unbefiederten Füßen? Warum verlieren Enten im kalten Wasser keine Wärme über ihre Füße? Wieso können sie barfuß über Eis laufen? Für dieses Problem hat die Natur eine kreative Lösung entwickelt – die Wasservögel leben nicht nur auf großem, sondern auch auf kaltem Fuß. Die Temperatur in ihm beträgt ca. 2 °C, im Körper dagegen 40 °C. Das kühle Blut aus den Füßen wird über feine Blutgefäße an dem wärmeren entlang geführt, das aus dem Körper fließt. Nach dem Prinzip des Wärmetauschers wird dabei die Temperatur des Blutes aus den Füßen erhöht, während sich das warme Blut aus dem Körper in die Füße abkühlt. So laufen die Enten über Eis, ohne dass es schmilzt und ohne dass die Füße festfrieren. (Christiane Gebauer)


Expedition nach Schwabaich!

 

(13.01.2018) Am 13. Januar bot der LBV-Augsburg wieder einmal die Gelegenheit die wundersame Hüft-oder Weihnachtsschwangerschaft  etwas zurückzubilden. Angedacht war ein Einsatz im Weiden- und Erlendschungel rund um die LBV-Biotope der ehemaligen Fischteiche bei Schwabaich.

 

Wie Martin Trapp in seiner Einladung zum Ärmelhochkrempeln angedeutet hatte, wäre das Wasserwirtschaftsamt daran interessiert, den Bewuchs auf den Deichen stark zu reduzieren. Die Gründe liegen in einer zu dichten Durchwurzelung und somit dem Absterben vieler älterer Wurzeln. Die dadurch entstehenden Hohlräume würden bei Hochwasser oder durch die, dem Winddruck ausgesetzten, belaubten Büsche den Teichgrenzen sehr schaden. Den „Biberrutschen“ nach zu urteilen, ist die Untertunnelung der Dämme durch die Nager auch nicht der Stabilität zuträglich.

 

Bei der Ankunft war daher schnell klar, es ist hier nicht mit Kosmetik getan. Auf das Ärmel hochkrempeln wurde, wegen der nicht gerade heimeligen Temperaturen verzichtet.

 

In seiner digitalen Einladung hat „Vereinsmotor“ Martin“ leider darauf verwiesen, es müssten ja nicht 51 Teilnehmer werden. Ein paar mehr hätten allerdings nicht mit einer Zurückweisung rechnen müssen. Auf einem Bild, wie früher bei Muttern mit Margarine, schmierte er Butterbrezen. Um die Moral seiner Mitstreiter ist er eben sehr besorgt.

 

Die Zahl 51 deshalb, weil zum Monatstreffen im Januar so viele dem Vortrag über die intimsten Verhaltensweisen der Starenvögel, gelauscht haben.

Freund Stampfer zündete hier ein Feuerwerk der Rundumbeobachtung seiner, beinahe schon, Familienmitglieder. Mit profimäßiger digitaler Ausrüstung wurden die Anflüge minutiös festgehalten, sogar noch in Präsentations- und tatsächliche Besuche des zukünftigen Heimes unterteilt. In den Filmabschnitten musste man den Eindruck gewinnen, der „bescheidene“ Vogel gab einem zu verstehen, bewundert mich endlich, ich bin hier der Star! Hätte der leidenschaftliche Autor, diese Forschungsreihe mit seinen unmittelbaren, menschlichen Nachbarn durchgeführt, ein kostenloser Aufenthalt, in einem möblierten Zimmer mit karierter Sonne, wäre ihm sicher gewesen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für diesen viel zu  schnell endenden, kurzweiligen Abend.

 

Nun aber wieder zurück nach Schwabaich. Dort angekommen waren bereits Unmengen von langem Gestrüpp abgesägt und auf den Wegen zur Einsammlung abgelegt worden. Beim Aufnehmen der zukünftigen Hackschnitzel, kam man sich vor, wie auf einer Ameisenstraße. Einige der Weidenruten wurden dem oder den Bibern mundgerecht im Wasser serviert. Wer glaubte mit der Anlieferung an den Häckselplatz wäre zunächst Brotzeit und anschließend Feierabend, sah sich getäuscht. Etwas entfernt, an einer Grenze zwischen Wirtschafts- und Biotopwiese, waren noch einige unförmige, ineinander verwachsene Bäume in Kopfweiden umzugestalten. Diese waren aber plötzlich nicht mehr wichtig, sah ich doch etwas entfernt von Grau- und Silberreihern, den nur im Winter brütenden, flugunfähigen, orangeroten Sägeschnäbler sitzen. Ein Bild von ihm war gerade noch  aufzunehmen, dann kletterte er auch schon wieder nach unten. Die Enttäuschung bei der Bilderauswertung  war groß als sich herausstellte, der unermüdlich sägende Biotopbetreuer Uwe, wurde mit der ausgestorbenen, ornithologischen Sensation verwechselt. Die Ähnlichkeit war aber auch zu groß!! Das Foto beweist es. Anfängerpech, leider. Nach den Restarbeiten und zufrieden mit dem Pflegeergebnis, ging es dann mit dem LBV-Bus wieder in Richtung Treffpunkt, der Sportanlage Süd, zurück.

 

Fazit:

Wer mit dieser Truppe unterwegs ist, dem wird es an Beschäftigung sowie an Spaß nie mangeln.

(Bernd Czerwenka)

Kann das wirklich der nur im Winter brütende, flugunfähige, orangerote Sägeschnäbler sein?
Kann das wirklich der nur im Winter brütende, flugunfähige, orangerote Sägeschnäbler sein?
 

Der Vogel des Jahres 2018: Der Star

(02.01.2018) Der Vogel des Jahres 2017 war der Waldkauz. Viele Mitglieder des LBV Augsburg wurden im Zuge der Eulenkartierung in diesem Jahr durch wundervolle Erlebnisse mit dem Kauz bereichert. Wir konnten den schaurig schönen Balzrufen lauschen und Jungvögel in Bäumen beobachten. Das Jahr ist nun zu Ende und jetzt heißt es: “Abschied nehmen.“

 

Wir wollen jedoch nicht traurig sein, sondern den Blick in die Zukunft wenden. Der Vogel des Jahres 2018 ist der Star, ein in Bayern durchaus noch häufiger Brutvogel. Dieser Singvogel mit dem wunderschön schillernden Gefieder führt Naturfreunde immer wieder in die Irre, da er andere Tierstimmen und Laute mit seinem Gesang imitieren kann. Stare ahmen Kiebitze oder Pirole, aber genauso das Klingeln eines Handys nach. Eine unvergessliche Erfahrung bleibt für alle Naturbegeisterte der Besuch eines Massenschlafplatzes, an dem sie den Massengesang der Tiere und die spektakulären Flugmanöver genießen können. (Christiane Gebauer)

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