Jungvogel gefunden - was tun?

Nur gucken, nicht anfassen!

Jungvögel sind keine Haustiere – Finger weg von vermeintlich hilflosen Vogeljungen – Katzen jetzt zeitweise im Haus lassen

 

(11.06.2017) In ganz Bayern stehen seit Kurzem die Telefone in den LBV-Geschäftsstellen nicht mehr still. Besorgte Tierfreunde melden sich mit verzweifelten Nachfragen und wollen scheinbar verlassenen Jungvögeln helfen. Der LBV rät hier erstmal: Finger weg! „Die unerfahrenen und im Fliegen noch etwas ungeübten Vogeljungen wirken zwar hilflos, sie aufzunehmen ist jedoch falsch verstandene Tierliebe“, so der LBV-Artenschutzreferent Dr. Andreas von Lindeiner. Der LBV bittet alle Vogelfreunde, die halbflüggen, so genannten Ästlinge einfach sitzen zu lassen. Katzenbesitzer, die Jungvögel im Garten haben, sollen in den nächsten Wochen ihre Stubentiger für einige Tage zeitweise im Haus behalten. Weitere hilfreiche Tipps und ein kostenloses Faltblatt gibt es unter www.lbv.de/vogel-gefunden. Als schnelle Entscheidungshilfe kann auch das nachstehende Handlungssschema dienen.

Handlungsschema für aufgefundenen Jungvogel
Handlungsschema für aufgefundenen Jungvogel

 

Scheinbar verlassen sitzen derzeit in Wiesen oder auf Wegen noch nicht ganz flugfähige Jungvögel, die herzzerreißend rufen. Dies sind jedoch keine Hilfeschreie, sondern Bettelrufe mit denen die jungen Vögel Kontakt zu ihren Eltern halten. Die halbflüggen Vogeljungen, halten sich in der näheren Umgebung des verlassenen Nestes auf und werden von den Eltern versorgt. „Die Jungvögel sollten unbedingt an Ort und Stelle gelassen werden, denn greift der Mensch in diese sensible Phase ein, unterbricht er die Bindung zwischen Alt- und Jungvogel“, erklärt Dr. Andreas von Lindeiner. Tatsächliche Hilfe benötigen befiederte Jungvögel nur, wenn nach zwei bis drei Stunden immer noch kein Altvogel in seiner Nähe zu sehen ist. Bei Gefahr durch Katzen oder Straßenverkehr kann ein Jungvogel kurz aufgenommen und anschließend ohne Probleme wieder zurück in eine schützende Astgabel am Fundort gesetzt werden. Anders als bei z. B. Rehkitzen nehmen Vogeleltern ihre Jungen wieder an, wenn diese von einem Menschen berührt wurden.

 

Der LBV stellt klar: Jungvögel sind Wildtiere, ihnen darf nur im echten Notfall geholfen werden. Ansonsten ist dies ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetzt. Als Haustiere sind sie keinesfalls geeignet und die Chance für eine erfolgreiche Aufzucht in menschlicher Obhut ist sehr gering. Wer Hauskatzen besitzt und trotzdem Vogelkinder in seinem Garten haben will, sollte seinen Stubentiger für ein paar Tage zumindest morgens und abends im Haus halten. „Die beste Vogelhilfe ist jedoch ein naturnaher Garten mit abwechslungsreichen, einheimischen Pflanzen, wo sich die Vögel sicher verstecken können“, so der Biologe.

 

Wenn die jungen Vögel ihren Nistplatz verlassen haben und ihr Abenteuer in der weiten Welt beginnen, machen sich die Vogeleltern vieler Vogelarten an eine zweite und dritte Brut. „Viele Leute glauben, die Brutsaison sei der Frühling, aber Gartenvögel wie die Kohl- und Blaumeise brüten bis zu dreimal in einem Jahr bis in den August hinein“, weiß von Lindeiner. Wer einen Nistkasten besitzt, muss diesen nach der ersten Brut nicht säubern. Nur wenn mit absoluter Sicherheit über etwa fünf Tage hinweg kein Vogel ein– und ausfliegt, kann man die Nisthilfe reinigen. Ansonsten ist das Entfernen eines Nestes aber eine Straftat nach dem Bundesnaturschutzgesetz. (Pressemail des LBV)


Beobachtungsliste Aves - Kreisgruppe Augsburg

Hier kann die Beobachtungsliste für Vögel im PDF Format heruntergeladen werden. Wir bitten Beobachtungen, die entweder von außergewöhnlicher Bedeutung innerhalb des Wirkungskreises unserer Kreisgruppe sind oder die auf Gebieten unserer Kreisgruppe gemacht wurden, im Nachgang oder per e-mail an uns zu melden. 


Delegiertenversammlung des LBVs 2015

Der LBV fordert das Umweltministerium auf,

 sich gegen eine Verlängerung der Genehmigung glyphosathaltiger Pflanzengifte einzusetzen

  • die Anwendung zur Vorerntebehandlung (Sikkation) zu untersagen, da durch diese „Reifebeschleunigung“ die Wirkstoffe einfach in Nahrungsmittel übergehen können.
  • die Abgabe von Pflanzengiften >>>Lesen Sie mehr...


Vogeltränke aufstellen – Hilfe nicht nur bei Hitze

Vogeltränken - Hilfen nicht nur bei Hitze
Vogeltränken - Hilfen nicht nur bei Hitze

Mit einer Vogeltränke können Sie die Vögel in Ihren Garten oder auf Ihren Balkon einladen und so beim Baden und Trinken beobachten. Der LBV rät Naturfreunden, gerade bei heißem und trockenem Wetter, Vogeltränken aufzustellen. Viele natürliche Wasserquellen wie Pfützen und Gräben sind dann ausgetrocknet. Damit die Hilfe aber auch tatsächlich bei den Vögeln ankommt, gibt es dabei einige entscheidende Regeln zu beachtenAnsonsten können sich die Tiere beim Trinken, und das gilt vor allem bei Hitze, leicht mit tödlichen Krankheitserregern infizieren. Die LBV-Experten geben Ihnen die wichtigsten Trink- und Bade-Tipps für Vögel: >>Lesen Sie mehr...







Die Jagd des Falken aus der Vogelperspektive

Journal of Experimental Biology
Journal of Experimental Biology

 

Um die Jagdstrategie von Falken besser erforschen zu können, statteten Wissenschaftler Falken mit Miniaturkameras aus. Die Bilder sind zwar teilweise recht wackelig, aber dennoch atemberaubend

Sie können das Youtube Video direkt ansehen (leider ist zuvor Werbung geschaltet) oder aber den Artikel lesen zusammen mit dem eingebetteten Video.  

>> Lesen Sie mehr….


Vogelfütterung - richtig oder verwerflich?

 

Anläßlich der „Stunde der Wintervögel“ und zur immer wiederkehrenden Diskussion hinsichtlich des Für und Widers einer Fütterung von Vögeln verweisen wir auf ein Interview aus „Der Welt“ mit Professor emeritus Peter Berthold, ehemaliger Leiter der Vogelwarte Radolfzell am Bodensee.

Das Interview hat auch heute noch Gültigkeit, wie zu seiner Entstehung im Jahr 2010. >> Lesen Sie mehr….


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