Aktuelle Berichte und Informationen 2019

(17.03.2019) Besuch bei der Jahrestagung der Südbayerischen Fledermausschützer

Am Samstag den 16.03.2019 machten wir uns als kleine Gruppe von Mitgliedern des LBV Augsburg nach München auf, um die jährliche Fledermaustagung zu besuchen. Die von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern organisierte Veranstaltung bot in zahlreichen Vorträgen viele interessante Details aus dem Leben der spannenden Tiere. Wir konnten beispielsweise erfahren, wie die Insektenjäger die Rufe auch anderer Fledermausarten nutzen, um Insektenschwärme zu lokalisieren. Andere Themen waren die Bedeutung von Viehställen für die Jagd oder die Öffentlichkeitsarbeit im Internet. Viele praktische Tipps konnten wir dem Vortrag zur Schaffung von Baumhöhlen – eine gute Alternative zu Fledermauskästen – entnehmen. Wir haben einiges gelernt und zahlreiche Eindrücke mitgenommen.

 

 

Welche Rolle spielen die Jäger der Nacht eigentlich im LBV Augsburg? Die Kreisgruppe engagiert sich zum Beispiel im Fledermausschutz, indem sie den Tieren zwei gepachtete Bierkeller als Winterquartiere zur Verfügung stellt. Im Februar 2019 bot sich Mitgliedern die Möglichkeit, den Bierkeller bei Altenmünster zu betreten und einen neugierigen Blick auf schlafende Große Mausohren und Braune Langohren zu werfen. Jagende Tiere können bei den angebotenen Führungen zum Thema „Fledermaus“ erlebt werden. Wer neugierig ist, sollte sich den Beleuchtungsabend am 27. Juli im Botanischen Garten oder die Fledermausnacht am 24. August vormerken. Ganz nah können Interessierte den geheimnisvollen Insektenjägern kommen, wenn sie sich an der NistkastenAG beteiligen. Im Stadtwald hängen zahlreiche Fledermauskästen, die im Zuge der jährlichen Kontrollen geöffnet werden. Anfang November 2018 entdeckten wir beispielsweise zwei Große Abendsegler in einem Kasten, die uns mit ihren schwarzen Knopfaugen aus rotbraun glänzendem Fell anschauten und den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis machten. (Text: Christiane Gebauer, Bilder: Rebecca Müller)

(06.03.2019) Die Kormoran-Schlafplatzzählung

Von September bis April finden die winterlichen Schlafplatzzählungen der Kormorane statt, die der LBV im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt durchführt.

 

Die Tiere sind in Bayern seltene Brutvögel. Im Winter treten sie bei uns jedoch häufiger auf, was zu Konflikten mit der Teichwirtschaft, den Anglern und der Berufsfischerei führte. Die grundsätzlich durch die EU-Vogelschutzrichtlinie geschützten Vögel dürfen in Bayern seit 1996 über eine artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung bejagt werden. Der Abschuss ist vom 16. August bis 14. März im Umkreis von 200 m um Gewässer außerhalb von Naturschutzgebieten, Nationalparken und europäischen Vogelschutzgebieten erlaubt. Um im Spannungsfeld zwischen Fischerei und Naturschutz eine verlässliche Datengrundlage zu besitzen, werden sowohl die Brutvögel als auch die Vögel im Winter an ihren Schlafplätzen regelmäßig gezählt.

 

Im Landkreis Augsburg gibt es im Winter 2018/2019 drei offizielle Schlafplätze. Die Kreisgruppe Augsburg kümmert sich seit Dezember 2018 um einen kleinen nur sporadisch genutzten Schlafplatz im Norden des Landkreises. Zusätzlich suchen Freiwillige noch am Burghofweiher bei Schwabaich nach dem urzeitlich anmutenden Fischjäger, da in der Vergangenheit auch dort einige Kormorane genächtigt haben.

 

Zu welchen Ergebnissen führten bisher die Zählungen? Die Winterbestände schwanken in Bayern um 6.000 Tiere, gleichzeitig werden durchschnittlich 6.800 geschossen, im Winter 2016/2017 sogar 11.061. Ein Zusammenhang zwischen Bejagung und bayerischem Winterbestand ließ sich nicht ableiten. Es zeigte sich jedoch eine Veränderung der Koloniegröße. Große Kolonien splitterten sich zugunsten kleiner und kleinster auf.

(Text: Christiane Gebauer; Bilder: Ulrich Laakmann)

(20.01.2019) Die Feldlerche - der Vogel des Jahres 2019

Bereits ab Januar, Februar treffen die ersten Feldlerchen aus ihren Winterquartieren bei uns ein und erfreuen uns mit ihrem ausdauernden Gesang. Die Männchen steigen in einem Spiralflug bis 400 m hoch in die Luft, um ihren mit Imitationen angereicherten Fluggesang „stehend“ vorzutragen und sich anschließend mit ausgebreiteten Flügeln und gefächertem Schwanz Richtung Boden gleiten zu lassen. Leider können wir dieses Ereignis immer seltener genießen. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es zu Bestandsrückgängen in ganz Mitteleuropa. Auch in Deutschland sank die Anzahl der Brutpaare, wobei nicht mit einer Trendwende zu rechnen ist. Der Vogel des Jahres steht deutschland- und bayernweit auf der Roten Liste als gefährdet.

 

Wie kam es zu dieser Entwicklung? Feldlerchen besiedeln offene Lebensräume wie Acker- und Grünlandflächen und sind dadurch eng an die Landwirtschaft gebunden. Im Ackerbau änderte sich in den letzten Jahrzehnten die Art der Flächennutzung. Es werden weniger Sommer-, dafür mehr Wintergetreide, Raps und Mais angebaut. Gleichzeitig gehen Brachen und Grünland zurück. Feldlerchen benötigen an ihren Brutplätzen eine Vegetationshöhe von 20 bis höchstens 50 cm, wobei lückige Flächen vorhanden sein sollten. Wintergetreide wächst im Frühjahr schnell dicht und hoch, so dass die Vögel nur eine Brut, ihre zweite und dritte jedoch an solchen Standorten nicht aufziehen können. Ein Umzug für die Zweitbrut auf Sommergetreide ist wegen fehlender Flächen meist nicht möglich. Zusätzlich vernichten Pestizide als Nahrung wichtige Wildkräuter und Insekten.

 

Was können wir für die Feldlerche tun? Die Förderung der extensiven Landwirtschaft, die Anlage von Saumbiotopen und von sogenannten „Lerchenfenstern“ in Getreidefeldern sind gute Möglichkeiten. Die Stadt Augsburg hat im Jahre 2009 in der Augsburger Biodiversitätsstrategie ihre besondere Verantwortung zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt dargelegt und Ziele auch für Ackerfluren aufgestellt. Die Ernennung der Feldlerche zum Vogel des Jahres 2019 rückt den gesamten Lebensraum Acker mit vielen charakteristischen Tier- und Pflanzenarten beispielsweise dem Rebhuhn und der Wachtel, dem Feldhasen, zahlreichen Ackerwildkräutern und Insekten wieder stärker ins Bewusstsein. Es bietet sich in diesem Jahr ein besonderer Anlass, Rückschau zu halten und einen Blick in die Zukunft zu werfen. Welche Ziele haben wir in Augsburg bereits erreicht? Welche Maßnahmen können nicht nur im Stadtgebiet, sondern im gesamten Landkreis zur Förderung des Lebensraumes Feldflur und damit der Feldlerche noch umgesetzt werden? Es warten weiterhin zahlreiche Herausforderungen und Aufgaben auf uns, um in unserer Landschaft die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen zu schützen und zu erhalten. (Christiane Gebauer)

(14.01.2019) Die LBV Musterfutterstelle im Botanischen Garten in Augsburg TV

Jetzt hat uns der Winter doch noch im Griff. Und prompt ist auch an den Futterstellen was los. Gute Chancen also, Buntspecht und Eichhörnchen mal ganz nah zu beobachten, ohne die warme Stube verlassen zu müssen.

 

Augsburg TV war zur Berichterstattung über die „Stunde der Wintervögel“  an unserer Musterfutterstelle im Botanischen Garten. Die Aufnahmen vom Buntspecht und den Erlenzeisigen sind dort entstanden:

 

www.augsburg.tv/mediathek/video/schwaben-stunde-der-wintervoegel/

 

Einen Großteil ihrer Zeit verbringen unsere Vögel nun aber aufgeplustert ohne sich groß zu bewegen. Energiesparen ist angesagt. Für den Grünspecht ist Schneebedeckung schon eher ein Problem. Um an seine Ameisen zu kommen, muss er den Schnee mit schlenkernden Schnabelbewegungen erst mal wegräumen.

(Martin Trapp)