Aktuelle Berichte und Informationen

(04.04.2020) Bericht vom ausgefallenen Monatstreffen

Liebe Aktive, liebe Freunde des LBV Augsburg,

 

haben Sie am vergangenen Mittwoch auch diese Unruhe verspürt? Erster Mittwoch im Monat - klar, da treibt es einen zum LBV-Monatstreffen. Wenn es denn stattgefunden hätte, hätten wir bestimmt ein paar Bilder gezeigt. Die von Wolfgang Zilling zum Beispiel. Er hatte ja noch rechtzeitig, im Februar v.C. (vor Corona) die Bärenkellerschule mit Nistmöglichkeiten für Dohlen ausgestattet (je 3 übereinander mit separatem Eingang):

Wolfgang Weiner war in ähnlicher Mission auf dem Nordfriedhof unterwegs. Seine architektonische Lösung besteht oben aus einer Dohlenwohnung, unten kann ein Turmfalkenpaar einziehen. Nebenbei konnte er auf dem Friedhof einen Glückstreffer landen: eine Begegnung mit einer Waldohreule am helllichten Tag (Bild 4). Wolfi versichert glaubhaft, dass die Eule mit den Kulleraugen auf dem Bild echt ist und keinen Knopf im Ohr hat.

Echt sind auch die vielen Küchenschellen am Lechstau 21. Da dürfen wir schon ein bisschen stolz sein. Mit unserer zweimaligen Balkenmähermahd jedes Jahr und anschließendem Abrechen auf immerhin 7 ha Fläche sorgen wir für das Ausmagern der Dämme und damit beste Wachstumsbedingungen für Küchenschelle, Enziane und Orchideen. Diesen großen Arbeitseinsatz planen wir heuer für 25.7. und 17.10.. Unseren ehrenamtlichen Aufwand bekommen wir jedes Jahr auf Veranlassung der unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt und der höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern aus Landschaftspflegemitteln erstattet, Geld, das wir für unsere Naturschutzarbeit auch dringend benötigen. Wir finanzieren damit einerseits Maßnahmen, die wir nicht gefördert bekommen und können andererseits die Eigenanteile weiterer Pflegemaßnahmen schultern.

Beispielsweise haben wir vor kurzem für 1.500 Euro (70 % Fördermittel, 30 % Eigenanteil) die Heckenpflege auf unserer Hangwiese in Biberbach von einem darauf spezialisierten Landwirt durchführen lassen. Bin ich froh, dass sich diese kombinierte Streuobstwiese/ Heckenlandschaft in Biberbach und nicht in Augsburg befindet, sonst wären nun die Leserbriefspalten der AZ voll mit kritischen Kommentaren. Eine Hecke auf Stock zu setzen sieht nämlich nicht schön aus, ehrlich gesagt ist sie danach quasi weg. Aber sie kommt wieder, die Stöcke treiben erneut aus. Das sollte regelmäßig gemacht werden, überalterte Hecken brechen zusammen, verfilzen, bieten keinen Lebensraum mehr. Wie alt diese Hecke war, kann man an dem in die Hecke eingewachsenen und nun zum Vorschein gekommenen Schild ablesen. Vielleicht kein Aushängeschild für uns mehr, aber einen gewissen Retro-Charme versprüht es schon. Und keine Sorge: wie üblich wurde nur ein Drittel der Hecken verjüngt.

Der Vogelzug ist auch in unserer Region in vollem Gang. Flüsse wie Wertach und Lech bilden dabei wichtige Leitlinien. Bachstelzen und Hausrotschwänze sowie die ersten Schwalben sind momentan unterwegs, am Lech Höhe Wolfzahnau konnte ich diese Woche Löffelente und Flussuferläufer beobachten. Die Flussregenpfeifer sind schon da, die Überwinterungsgäste Bergpieper (wollen in die Alpen) und Bergfink (wollen in den Norden) noch nicht weg. Und es gibt schon die ersten Jungvögel, im Wittelsbacher Park habe ich diesen Waldkauznachwuchs entdeckt (siehe nachstehende Fotos). 

Spazierengehen war nie so wertvoll wie heute - viel Entspannung dabei und weiterhin beste Gesundheit!

Martin Trapp (Vorsitzender LBV Augsburg)

(25.03.2020) Erfolgreiche Jagd eines Sperbers

Sperber sind nicht selten, sie zu beobachten ist aber Glückssache.

Und meist sind sie weg, bevor man richtig hingeschaut hat.

Sperber sind Überraschungsjäger. Am ehesten entdeckt man sie im Winterhalbjahr, wenn Sperber den Singvogelschwärmen folgen, die den kalten Norden räumen und dann auch an unseren Futterstellen im Garten auftauchen. Das Männchen ist ein überraschend kleiner Vogel, etwa so groß wie eine Türkentaube. Meisen und Spatzen sind seine bevorzugte Beute. Das deutlich größere Weibchen schlägt vor allem Drosseln, manchmal gelingt es ihm aber auch, eine Taube zu überraschen.

Wolfgang Götz hatte das Glück, dass genau dies direkt vor seiner Haustüre in Haunstetten-Süd geschah und ihm dadurch fantastische Aufnahmen möglich wurden. Klar, auf eine so große Beute verzichtet kein Sperber freiwillig, da lässt er lieber eine Fotosession über sich ergehen.

Bei den Sperbern beginnt nun die Brutzeit. Auch in der Stadt kann man balzende Sperberpärchen im Girlandenflug über ihrem Revier sehen, das Nest selbst wird aber meist gut versteckt.

(22.02.2020) LEW spendet € 2.500 an den LBV Kreisgruppe Augsburg

Insgesamt € 10.000 für Naturschutz und Umweltbildung spenden die LEW die Kreisgruppe Donau-Ries des Bund

Naturschutzden Fischereiverband Schwaben, Lebensraum Lechtal und der LBV Kreisgruppe Augsburg.

→ Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung der LEW
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(19.01.2020) Wer fliegt denn dort?

Wir sind an unserem Burghofweiher bei Schwabaich mit Fernglas unterwegs und sehen einen Trupp Gänse in einiger Entfernung fliegen. Welche Gänse fliegen denn dort auf uns zu?

Als wichtige Merkmale fallen uns sofort die weißen Vorderflügel und die hellbraune Färbung des Körpers auf. Da kommen zum einen Nilgänse, zum anderen Rostgänse in Frage. Beide Arten halten sich regelmäßig an dem Weiher auf, wir müssen also genauer hinschauen. 

Jetzt ist der Vogeltrupp näher herangeflogen (Foto 1 anklicken!) und wir können die Details besser erkennen: Die Tiere besitzen blasse Köpfe und keinen dunklen Augenfleck. Es muss sich also um Rostgänse handeln. Vergleichen wir die Fotos 3  und 4 (fliegende Nilgänse / fliegende Rostgänse) und vergrößern sie durch Anklicken,  werden die Unterschiede rasch deutlich. (Christiane Gebauer)

(06.01.2020) An der Musterfutterstelle im Botanischen Garten geht es hoch her

Soll man in so einem milden Winter ohne Schnee überhaupt Vögel füttern? Man kann da jetzt eine Wissenschaft daraus machen oder einfach eine Futterstelle aufbauen und den Vögeln die Entscheidung überlassen. An unserer Musterfutterstelle im hinteren Bereich des Botanischen Gartens herrscht jedenfalls reger Betrieb. Kohl-, Blau- und Sumpfmeisen, Kleiber, Amseln, Buchfinken und Buntspechte gehören zu den ständigen Gästen. Vor allem die Erdnusssäule leert sich rasant, hier bedient sich der Buntspecht besonders gern. Ein toller Anblick bietet sich, wenn sich ein Pulk von Schwanzmeisen an Meisenknödeln und Fettblöcken drängt. Wer Hilfe bei der Bestimmung der gefiederten Futtergäste braucht, findet an der Futterstelle eine Fototafel mit den häufigsten Wintervögeln. Oder er nimmt an einer Führung teil: 

Führung zur Futterstelle des LBV Augsburg im Botanischen Garten:

Mit Vogelbeobachtung, Tipps zur Vogelfütterung und Infos zur Stunde der Wintervögel

Samstag 11.1.20, 10:00 bis 11:00 Uhr

Treffpunkt im Eingangsbereich des Botanischen Gartens

 

An Kosten fällt lediglich der Eintritt an

(01.01.2020) Vogel des Jahres 2020 – die Turteltaube

Im Jahre 2020 ist wieder ein Vogel der Agrarlandschaft zum „Vogel des Jahres“ erwählt worden – die Turteltaube. Der steile Absturz der Artenbestände in der Offenlandschaft fordert uns weiterhin heraus.

Unter welchen Problemen leidet im Speziellen die Turteltaube? Ihre Lebensbedingungen haben sich zum einen durch die Intensivierung der Landwirtschaft im Brutgebiet, aber auch durch Lebensraumvernichtung am afrikanischen Überwinterungsplatz verschlechtert. Gleichzeitig ist sie auf ihren Wanderungen durch Bejagung gefährdet. Es ist nur schwer verständlich, aber die Tiere dürfen in 10 EU-Staaten gejagt werden. Von 1980 bis heute sind in Deutschland 90 % des Bestandes verloren gegangen.

Wie sieht es eigentlich im Landkreis Augsburg mit der Turteltaube aus? Schauen wir in das Vogelmeldeportal „ornitho.de“, finden wir für den Landkreis nur wenige Meldungen. Für das Jahr 2019 sind vier Sichtungen dokumentiert, zwei davon auf LBV-Flächen. Im Mai gurrte ein Vogel im Gennacher Moos, im Juni entdeckten LBV-Mitglieder ein Tier auf unserer Streuobstwiese bei Biberbach. Brutverdacht konnte leider nicht ausgesprochen werden. 

Wer sich für die weltweit gefährdete Turteltaube einsetzen möchte, kann dies über eine Petition (www.vogeldesjahres.de/petition) bis zum 10. Februar 2020 an die Bundesumweltministerin Svenja Schulze tun. In ihr fordern LBV und NABU eine verbesserte Landwirtschaftspolitik sowie das Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Staaten. Diese Petition soll der Bundesumweltministerin am 14. Februar zum Valentinstag überreicht werden.

Foto: LBV Bildarchiv Zdenek Tunka
Foto: LBV Bildarchiv Zdenek Tunka

(01.01.2020) Stunde der Wintervögel

Die Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ steht wieder vor der Tür. Vom 10. – 12. Januar heißt es erneut: „Für eine Stunde in den Garten und Vögel zählen!“ Zur Einstimmung können wir ein wenig die Bestimmung trainieren. Welcher häufige Gartenvogel zeigt uns denn da seinen Rücken? Auf den ersten Blick gar nicht so einfach zu erkennen. Wir sehen einen rundlichen Kleinvogel mit braunem Rücken, kurzen Flügeln und langen Beinen.

 

Foto: Ulrich Laakmann
Foto: Ulrich Laakmann

Auflösung des Rätselbildes

Jetzt hat der Vogel sich umgedreht und das Geheimnis gelüftet. Die orangerote Färbung des Gesichts und der Brust ist unverkennbar - auf dem Ast sitzt ein Rotkehlchen. 

Rotkehlchen können wir das ganze Jahr bei uns beobachten. Mit ihrem hübschen Erscheinungsbild sind die wenig scheuen Vögel große Sympathieträger. Sie können den Winter in unserer Region überstehen, weil sie sich im Sommerhalbjahr von Insekten und im Winter verstärkt vegetarisch ernähren. Die Kleinvögel sind Teilzieher, in der kalten Jahreszeit treffen wir in Bayern einerseits auf Standvögel, andererseits auf Gäste aus Nordeuropa. Unter den Standvögeln verbleiben die Männchen in ihren Sommerrevieren, während die Weibchen sich eigene Reviere - oft in der Nachbarschaft - suchen. Zur Nahrungssuche hüpfen sie meistens auf dem Boden, mitunter jagen sie Insekten auch von Ansitzen aus. Im Winter kommen sie häufig an die Futterhäuschen in Gärten, um sich mit Fettfutter und Körnern zu versorgen. Rotkehlchen belegten bei der „Stunde der Wintervögel“ im Jahr 2018 Platz 15, 2019 Platz 10. Wie viele werden wohl dieses Jahr gezählt?