Aktuelle Berichte und Informationen

(06.01.2020) An der Musterfutterstelle im Botanischen Garten geht es hoch her

Soll man in so einem milden Winter ohne Schnee überhaupt Vögel füttern? Man kann da jetzt eine Wissenschaft daraus machen oder einfach eine Futterstelle aufbauen und den Vögeln die Entscheidung überlassen. An unserer Musterfutterstelle im hinteren Bereich des Botanischen Gartens herrscht jedenfalls reger Betrieb. Kohl-, Blau- und Sumpfmeisen, Kleiber, Amseln, Buchfinken und Buntspechte gehören zu den ständigen Gästen. Vor allem die Erdnusssäule leert sich rasant, hier bedient sich der Buntspecht besonders gern. Ein toller Anblick bietet sich, wenn sich ein Pulk von Schwanzmeisen an Meisenknödeln und Fettblöcken drängt. Wer Hilfe bei der Bestimmung der gefiederten Futtergäste braucht, findet an der Futterstelle eine Fototafel mit den häufigsten Wintervögeln. Oder er nimmt an einer Führung teil: 

Führung zur Futterstelle des LBV Augsburg im Botanischen Garten:

Mit Vogelbeobachtung, Tipps zur Vogelfütterung und Infos zur Stunde der Wintervögel

Samstag 11.1.20, 10:00 bis 11:00 Uhr

Treffpunkt im Eingangsbereich des Botanischen Gartens

 

An Kosten fällt lediglich der Eintritt an

(01.01.2020) Vogel des Jahres 2020 – die Turteltaube

Im Jahre 2020 ist wieder ein Vogel der Agrarlandschaft zum „Vogel des Jahres“ erwählt worden – die Turteltaube. Der steile Absturz der Artenbestände in der Offenlandschaft fordert uns weiterhin heraus.

Unter welchen Problemen leidet im Speziellen die Turteltaube? Ihre Lebensbedingungen haben sich zum einen durch die Intensivierung der Landwirtschaft im Brutgebiet, aber auch durch Lebensraumvernichtung am afrikanischen Überwinterungsplatz verschlechtert. Gleichzeitig ist sie auf ihren Wanderungen durch Bejagung gefährdet. Es ist nur schwer verständlich, aber die Tiere dürfen in 10 EU-Staaten gejagt werden. Von 1980 bis heute sind in Deutschland 90 % des Bestandes verloren gegangen.

Wie sieht es eigentlich im Landkreis Augsburg mit der Turteltaube aus? Schauen wir in das Vogelmeldeportal „ornitho.de“, finden wir für den Landkreis nur wenige Meldungen. Für das Jahr 2019 sind vier Sichtungen dokumentiert, zwei davon auf LBV-Flächen. Im Mai gurrte ein Vogel im Gennacher Moos, im Juni entdeckten LBV-Mitglieder ein Tier auf unserer Streuobstwiese bei Biberbach. Brutverdacht konnte leider nicht ausgesprochen werden. 

Wer sich für die weltweit gefährdete Turteltaube einsetzen möchte, kann dies über eine Petition (www.vogeldesjahres.de/petition) bis zum 10. Februar 2020 an die Bundesumweltministerin Svenja Schulze tun. In ihr fordern LBV und NABU eine verbesserte Landwirtschaftspolitik sowie das Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Staaten. Diese Petition soll der Bundesumweltministerin am 14. Februar zum Valentinstag überreicht werden.

Foto: LBV Bildarchiv Zdenek Tunka
Foto: LBV Bildarchiv Zdenek Tunka

(01.01.2020) Stunde der Wintervögel

Die Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ steht wieder vor der Tür. Vom 10. – 12. Januar heißt es erneut: „Für eine Stunde in den Garten und Vögel zählen!“ Zur Einstimmung können wir ein wenig die Bestimmung trainieren. Welcher häufige Gartenvogel zeigt uns denn da seinen Rücken? Auf den ersten Blick gar nicht so einfach zu erkennen. Wir sehen einen rundlichen Kleinvogel mit braunem Rücken, kurzen Flügeln und langen Beinen.

 

Foto: Ulrich Laakmann
Foto: Ulrich Laakmann

Auflösung des Rätselbildes

Jetzt hat der Vogel sich umgedreht und das Geheimnis gelüftet. Die orangerote Färbung des Gesichts und der Brust ist unverkennbar - auf dem Ast sitzt ein Rotkehlchen. 

Rotkehlchen können wir das ganze Jahr bei uns beobachten. Mit ihrem hübschen Erscheinungsbild sind die wenig scheuen Vögel große Sympathieträger. Sie können den Winter in unserer Region überstehen, weil sie sich im Sommerhalbjahr von Insekten und im Winter verstärkt vegetarisch ernähren. Die Kleinvögel sind Teilzieher, in der kalten Jahreszeit treffen wir in Bayern einerseits auf Standvögel, andererseits auf Gäste aus Nordeuropa. Unter den Standvögeln verbleiben die Männchen in ihren Sommerrevieren, während die Weibchen sich eigene Reviere - oft in der Nachbarschaft - suchen. Zur Nahrungssuche hüpfen sie meistens auf dem Boden, mitunter jagen sie Insekten auch von Ansitzen aus. Im Winter kommen sie häufig an die Futterhäuschen in Gärten, um sich mit Fettfutter und Körnern zu versorgen. Rotkehlchen belegten bei der „Stunde der Wintervögel“ im Jahr 2018 Platz 15, 2019 Platz 10. Wie viele werden wohl dieses Jahr gezählt?