Aktuelle Berichte und Informationen 2021

(10.01.2021) Neujahrsgruß des LBV Augsburg

Momentan bleibt uns nicht viel außer Lesen, aus dem Fenster schauen und ab und zu spazieren gehen. Auf diesen Lesestoff dürfen Sie sich aber schon mal freuen: Das "Flugblatt", unser Augsburger Jahresheft, ist gerade fertiggeworden und geht nun in Druck. Ganz unterschiedliche Leute aus unserer Kreisgruppe haben Artikel beigesteuert, die von Bernd Achtnicht wieder wunderbar in Szene gesetzt wurden. 36 Seiten so vielfältig, wie es unsere Naturschutzthemen und unsere Aktiven nun mal sind. Bald bei Ihnen im Briefkasten oder im Maileingang.

 

Bis dahin empfehle ich den Blick aus dem Fenster. Bei mir saß heute der Grünspecht davor:

Die nächste Steigerung ist dann rausgehen.

Ich hätte da einen Tipp: die Wertach in Göggingen. Okay, das ist nicht wirklich ein Geheimtipp. Aber man sieht hier mit die schönsten Vögel von Augsburg. Und die sind Leute gewöhnt und lassen sich nicht stören. Wer an der Kleingartenanlage am Gögginger Schlauchwehr parkt, findet schnell die vom Landschaftspflegeverband zusammen mit uns gestaltete Wasseramseltafel. Und meist hält sich dort unten auch die Wasseramsel auf. Momentan singt sie außerdem. Wer die Zweige am gegenüberliegenden Ufer mustert, entdeckt oft den Eisvogel. Entlang der Fischtreppe (mit Nistkasten unserer Wasseramsel-AG am Einlass) kommt man zur Brücke und blickt auf die Biberburg an der Einmündung des Diebelbaches. Egal ob man nun die linke oder die rechte Flussseite wählt, in jedem Strauch kann der Eisvogel ansitzen. Im Winter entdeckt man die bunten Vögel besonders leicht, mein Exemplar (linkes Foto nachstehend) ließ sich an Neujahr nicht mal vertreiben, als Leute unmittelbar vorbeigingen. Wozu auch, wenn die nichts merken. Herbert Huber war am selben Tag eine Brücke weiter in Inningen und hat dort ebenfalls sein Neujahrsexemplar ablichten können (rechtes Foto nachstehend). Man kann aber auch zur B17-Brücke gehen, zur Kulperhütte oder zur Ackermannstraße, eigentlich sitzen die Eisvögel überall an der Wertach :-). 

Die hübschen Pfeifenten dagegen findet man nur im Bereich südlich der Wellenburger Straße, eine echte Besonderheit unter unseren Wasservögeln, Wintergäste aus dem Norden:

Auch ein Blick auf die Schnatterenten lohnt - nicht gerade farbenfrohe, aber apart gemusterte Tiere. Erstaunlich viele Schnatterenten halten sich hier an der Wertach auf, die meisten werden uns im Frühjahr wieder verlassen. 

Graureiher warten geduldig auf Beute, mit ihren Schmuckfedern wirken sie, als hätten sie sich für den Winter einen warmen Umhang umgelegt (linkes Foto nachstehend). Auch Silberreiher (rechts Foto nachstehend) fischen hier gerne, beide Reiherarten beweisen momentan aber alternativ auf der Feldflur, dass sie gute Mäusejäger sind. 

Wer für den Rückweg die westlich angrenzende Feldflur bei Neubergheim wählt, begegnet möglicherweise dem schon seit Wochen dort verweilenden Raubwürger. Dieser nordische Gast,  der ein bisschen wie die Miniaturausgabe einer Elster wirkt, ist ein Verwandter des Neuntöters (die haben alle so schlimme Namen).

Einen ersten Eindruck von der Wertach bei Göggingen bekommt auch, wer am Montag Augsburg TV schaut. Für den Nachrichtenblock, der mehrfach wiederholt wird, ist ein Beitrag über unsere Wintervögel geplant. Oder man wählt diesen Link https://youtu.be/e6eKwQq-nqU. 2020 wäre das 25jährige Jubiläum des Landschaftspflegeverbands gewesen,  bei dem auch wir Mitglied sind. Coronabedingt fielen alle Veranstaltungen aus, das Grußwort wurde aber genau an der erwähnten Wasseramseltafel und am Diebelbach aufgenommen.

 

Auch wenn gerade keine Treffen stattfinden können, ist unsere Kreisgruppe nicht in den Winterschlaf gefallen. Anfang Dezember haben Willi, Marianne und Ralf auf unserer Feuchtwiese Reinhartshausen Bereiche gemäht, die der Landwirt mit seinem Traktor nicht erreichen kann:

2020 haben wir von Kreuzottervorkommen im Tal des Anhauser Baches erfahren, unweit unserer Fläche. Wir legen nun in Absprache mit der Naturschutzverwaltung Versteckmöglichkeiten und Sonnplätze an, vielleicht nehmen die Schlangen die Einladung an.

 

In Schwabaich war im Dezember ein Bagger im Einsatz, um Undichtigkeiten an den Dämmen abzustellen:

Rund um den Jahreswechsel haben sich Dietrich und Willi um eine Dachrinne für den Ziegenstall in unserer Tongrube Glon gekümmert. Beim eigentlich aufwändigen und nicht ganz billigen Bau des Stalles hatten wir nicht daran gedacht, vor allem die Rückwand war wegen ablaufendem Wasser daher oft dauerfeucht. Die Dachrinne wird die Lebensdauer des Stalles jedenfalls kräftig verlängern:

Eine  besonders interessante Maßnahme konnten wir letzte Woche einen Tag vor Schneefall noch umsetzen. In Wörleschwang wurden im Flachteich auf unserer Feuchtwiese die Wurzelstöcke des von uns 2020 abgesägten Aufwuchses mit einem Raupenbagger mit Roderechenaufsatz entfernt. Nicht ganz billig, aber schonend und effektiv, 70 % der Kosten übernimmt der Staat. Jetzt ist die Seige wieder attraktiv für Amphibien, aber auch als Nahrungsbiotop für die unweit auf der Kirche nistenden Weißstörche interessant.

Ich wünsche Euch und Ihnen, dass 2021 ein gutes Jahr wird, dass es für jeden Gesundheit bereithält und irgendwann auch wieder Aktivitäten und Vereinsleben zulässt. Wir werden uns bestimmt bald wieder melden, wenn weiterhin keine Treffen möglich sind, wollen auch wir zur zweitbesten Möglichkeit Online-Vortrag greifen.

 

Mit besten Grüßen

Martin Trapp