Kurzvorstellung Lechstau 21

Ein komplizierter Name für ein kleines Tier: Kreuzenzian-Ameisenbläuling. Aber er erzählt in Kurzform eine erstaunliche Geschichte: Der Bläuling legt seine Eier auf Kreuzenzianen ab. Wenn die Raupe geschlüpft ist und sich an dieser Pflanze sattgefressen hat, verlässt sie die Wirtspflanze und wird von Ameisen in deren Bau verschleppt. 

Mit chemischen  Botenstoffen erreicht sie, dass sie von den Ameisen gefüttert wird und „ungestraft“ Ameisenlarven fressen darf. Erst wenn sie sich im  nächsten Jahr in einenBläuling verwandelt, „merken“ die Ameisen, was sie da groß gezogen haben. Dann heißt es schnell Reißaus nehmen.

Damit diese Geschichte funktioniert, muss alles zusammenkommen: Schmetterling + Ameise + Enzian.  Das ist viel zu selten der Fall, der Bläuling ist daher als stark gefährdet eingestuft.

In unserer Region findet sich ein Schwerpunktvorkommen an den Dämmen des Lechstau 21.

Mitverantwortlich dafür ist die schonende Mahd durch den LBV. Wenn fleißige LBVler Ende Juli und Ende Oktober dort mit dem Balkenmäher unterwegs sind, nehmen sie auf Kreuzenziane besondere  Rücksicht.

Viele Helfer der Kreisgruppen Augsburg und Landsberg entfernen dann in einem gemeinsamen Arbeitseinsatz das Mähgut und schichten es an der Dammsohle zum Abtransport mit dem Ladewagen auf. Die so erhaltenen Magerrasen danken es mit einer Fülle an seltenen Pflanzen wie Enzianen und  Orchideen und einer Vielfalt an Insekten. Diese Pflege von Hand ist einer maschinellen Mahd mit Kreiselmähwerk, aber auch einer Schafbeweidung weit überlegen. 

Berichte und Aktivitäten

16.10.2018: Haben wir LBVler es gut!

Andere kurven samstags fluchend durch die Stadt und finden nirgendwo einen Parkplatz -

wir fegen im flotten Rechenschwung über die Staudämme am Lechstau 21 und häufen das Mähgut geschwind zu Schwaden.

 

Andere dümpeln samstags beim wöchentlichen Badetag im künstlich aromatisierten Wiesenkräuterschaumbad -

wir arbeiten im Schweiße unseres Angesichts im Wiesenkräuterstaub und erzielen ganz andere Duftnoten.

 

Andere schleppen sich sonntags tütenbehängt einkaufsbummelnd durch die Stadt und werden wieder zu Hause beim Blick in den Geldbeutel von Weinkrämpfen geschüttelt -

wir sehen zu unseren Füßen die Kreuzotter schlängeln und über unseren Köpfen das in den Fängen eines Habichts entschwebende Blässhuhn und merken, wie sich unsere Herzen voll unbezahlbarer Glücksmomente weiten.

 

Andere müssen samstags ihr Auto bürsten und striegeln, damit der Nachbar vor Neid erblasst –

wir sorgen dafür, dass unsere Dämme auch 2018 wieder im Glanze unzähliger Orchideen, Enziane und Küchenschellen erstrahlen werden.

 

Haben wir LBVler es gut!

Herzlichen Dank an die 34 Helfer beim Mähen und Abrechen!

(Martin Trapp)

23.07.2017: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste Damm im ganzen Land?

Aber hallo, natürlich ist das eine rein rhetorische Frage. Wo anders als an "unserem" Stau 21 blühen solche Mengen an Orchideen, flattern die seltensten Bläulinge, schlängeln sich die schönsten Kreuzottern und Schlingnattern? Wir tun ja auch was dafür, genauer gesagt Dietrich Peter, Marianne Fromm, Willi Behringer und Armin Hörz aus unserer Kreisgruppe. Die haben nämlich die aufkommenden Weiden abgesäbelt, die Goldruten rausgerupft und das Allerweltsgrün abgemäht, damit die uns die Kostbarkeiten nicht überwuchern.

 

Und jetzt kam unser Einsatz:

Uns war klar: wir kommen wieder! (Martin Trapp)