Teichanlage Langeringen

Inmitten weitgehend ausgeräumter landwirtschaftlicher  Flächen gelegen, haben sich die 16 sehr unterschiedlich großen Teiche zu einem ornithologisch hochinteressanten Gebiet entwickelt.

 

Als die 21 ha große, 1,4 km lange und nur 200 m breite Teichanlage 1908 durch Aufstau des Rettenbachs angelegt wurde, stand noch nicht die Vogelwelt im Mittelpunkt, sondern die intensive Nutzung zur Karpfenzucht. In der Nachkriegszeit war das nicht mehr rentabel. Ein Fischereiverein übernahm die Anlage, um darin Besatzfische für seine Angelgewässer heranzuziehen. 1994 konnte die Gemeinde Langerringen das Gebiet im Rahmen einer ökologischen Ausgleichsmaßnahme erwerben und zwecks Pflege und Betreuung an den LBV Augsburg weiterverpachten.

 

Seit dieser Zeit sorgt unser Gebietsbetreuer Uwe Görtz dafür, dass die Teiche weder trockenfallen noch überlaufen, dass weder Laub noch Äste die Abflüsse behindern, dass die ökologische Funktion der Teichanlage stets gewährt ist. Unsere Aktiven kümmern sich um wiederkehrende Unterhaltsmaßnahmen wie Mahd der Dämme und der Wege. Um einem Verschlammen der Teiche entgegenzuwirken, wird etwa alle  5 Jahre abgefischt. Regelmäßige Schellentenbruten, eine kleine Graureiherkolonie und weitere spannende Brutvogelarten sind der Lohn.

Berichte und Aktionen

(16.01.2019) Damit der Damm dicht bleibt

Wenn man die Natur walten lässt, erobert sie sich jeden Lebensraum zurück. Auch den Damm. Unser Hauptdamm im Teichgebiet Schwabaich war inzwischen dicht mit Bäumen und Büschen bewachsen. Ein idyllischer Anblick. Leider hat das  Wasserwirtschaftsamt eine andere Vorstellung von einem funktionierenden Damm.

 

Und vermutlich haben die auch noch recht.

 

Daher war ein Arbeitseinsatz fällig: fällen, schneiden, schleppen. Vor allem schleppen. Der Haufen für den Häcksler wurde groß und größer. Es war auch höchste Eisenbahn: Gehölzarbeiten dürfen nur bis 28.2. vorgenommen werden, denn dann fängt ganz offiziell die Vogelbrutzeit an. Und unsere Vögel wollen wir ja wirklich nicht stören. Bestimmt freuen sich nun die Enten in Schwabaich. Ganz leicht können sie jetzt von einem Teich zum anderen wechseln, müssen nicht mehr außenrum oder obendrüber fliegen. (Martin Trapp)

(13.01.2018) Expedition nach Langerringen!

Am 13. Januar bot der LBV-Augsburg wieder einmal die Gelegenheit die wundersame Hüft-oder Weihnachtsschwangerschaft etwas zurückzubilden. Angedacht war ein Einsatz im Weiden- und Erlendschungel rund um die LBV-Biotope der ehemaligen Fischteiche bei Langerringen.

 

Wie Martin Trapp in seiner Einladung zum Ärmelhochkrempeln angedeutet hatte, wäre das Wasserwirtschaftsamt daran interessiert, den Bewuchs auf den Deichen stark zu reduzieren. Die Gründe liegen in einer zu dichten Durchwurzelung und somit dem Absterben vieler älterer Wurzeln. Die dadurch entstehenden Hohlräume würden bei Hochwasser oder durch die, dem Winddruck ausgesetzten, belaubten Büsche den Teichgrenzen sehr schaden. Den „Biberrutschen“ nach zu urteilen, ist die Untertunnelung der Dämme durch die Nager auch nicht der Stabilität zuträglich.

 

Bei der Ankunft war daher schnell klar, es ist hier nicht mit Kosmetik getan. Auf das Ärmel hochkrempeln wurde, wegen der nicht gerade heimeligen Temperaturen verzichtet.

 

In seiner digitalen Einladung hat „Vereinsmotor Martin“ leider darauf verwiesen, es müssten ja nicht 51 Teilnehmer werden. Ein paar mehr hätten allerdings nicht mit einer Zurückweisung rechnen müssen. Auf einem Bild, wie früher bei Muttern mit Margarine, schmierte er Butterbrezen. Um die Moral seiner Mitstreiter ist er eben sehr besorgt.

 

Die Zahl 51 deshalb, weil zum Monatstreffen im Januar so viele dem Vortrag über die intimsten Verhaltensweisen der Starenvögel, gelauscht haben.

Freund Stampfer zündete hier ein Feuerwerk der Rundumbeobachtung seiner, beinahe schon, Familienmitglieder. Mit profimäßiger digitaler Ausrüstung wurden die Anflüge minutiös festgehalten, sogar noch in Präsentations- und tatsächliche Besuche des zukünftigen Heimes unterteilt. In den Filmabschnitten musste man den Eindruck gewinnen, der „bescheidene“ Vogel gab einem zu verstehen, bewundert mich endlich, ich bin hier der Star! Hätte der leidenschaftliche Autor, diese Forschungsreihe mit seinen unmittelbaren, menschlichen Nachbarn durchgeführt, ein kostenloser Aufenthalt, in einem möblierten Zimmer mit karierter Sonne, wäre ihm sicher gewesen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für diesen viel zu  schnell endenden, kurzweiligen Abend.

 

Nun aber wieder zurück nach Langerringen. Dort angekommen waren bereits Unmengen von langem Gestrüpp abgesägt und auf den Wegen zur Einsammlung abgelegt worden. Beim Aufnehmen der zukünftigen Hackschnitzel, kam man sich vor, wie auf einer Ameisenstraße. Einige der Weidenruten wurden dem oder den Bibern mundgerecht im Wasser serviert. Wer glaubte mit der Anlieferung an den Häckselplatz wäre zunächst Brotzeit und anschließend Feierabend, sah sich getäuscht. Etwas entfernt, an einer Grenze zwischen Wirtschafts- und Biotopwiese, waren noch einige unförmige, ineinander verwachsene Bäume in Kopfweiden umzugestalten. Diese waren aber plötzlich nicht mehr wichtig, sah ich doch etwas entfernt von Grau- und Silberreihern, den nur im Winter brütenden, flugunfähigen, orangeroten Sägeschnäbler sitzen. Ein Bild von ihm war gerade noch  aufzunehmen, dann kletterte er auch schon wieder nach unten. Die Enttäuschung bei der Bilderauswertung  war groß als sich herausstellte, der unermüdlich sägende Biotopbetreuer Uwe, wurde mit der ausgestorbenen, ornithologischen Sensation verwechselt. Die Ähnlichkeit war aber auch zu groß!! Das Foto beweist es. Anfängerpech, leider. Nach den Restarbeiten und zufrieden mit dem Pflegeergebnis, ging es dann mit dem LBV-Bus wieder in Richtung Treffpunkt, der Sportanlage Süd, zurück.

 

Fazit:

Wer mit dieser Truppe unterwegs ist, dem wird es an Beschäftigung sowie an Spaß nie mangeln. (Bernd Czerwenka)