Tongrube Glon

Kennen Sie Wechselkröten? Es sind schöne Tiere mit grünen Flecken auf hellem Grund und einem überraschenden Paarungsruf: ein lang gezogenes melodisches Trillern wie es eher von einem Kanarienvogel zu erwarten wäre. Vielleicht haben Sie sie bei einem Urlaub in Osteuropa oder der Türkei entdeckt, wo sie noch häufiger vorkommen. In Bayern sind sie vom Aussterben bedroht.

Es war deshalb eine Überraschung, als Reinhold Krogull 1997 ein Wechselkrötenvorkommen in einer Tongrube bei Baindlkirch entdeckte und Anlass für den LBV Augsburg, diese Grube 2004 nach Beendigung des Abbaus mit staatlicher Unterstützung zu kaufen.

 

Wechselkröten mögen es warm und karg, eine Pionierart, die Rohbodenflächen besiedelt. Natürlicherweise gab es diese früher im Bereich von Flüssen, die ihren Wasserlauf noch regelmäßig verlagern durften. In unserer Grube hatte eine Ziegelei durch den Abbau der 10 m mächtigen Tonschicht einen fast 14 Hektar großen Ersatzlebensraum geschaffen. Diesen zu erhalten ist nicht einfach. Denn bereits die Düngung durch den Stickstoffeintrag aus der Luft reicht aus, dass die Böden zuwachsen und das Gelände verbuscht. Durch Maßnahmen wie Anlegen von Flachteichen und Abschieben von Boden musste daher in den letzten Jahren immer wieder so etwas wie ein kleinräumiger Abbau simuliert werden. Ziegen helfen den Sommer über, das Nachwachsen gering zu halten.

Berichte und Aktivitäten

(25.09.2019) Kaulquappen-Umsetzungsaktion in unserer Tongrube bei Glon

Im letzten Monat gab es eine besondere Aktion in unserer Tongrube bei Glon. Es wurden Kaulquappen der seltenen Wechselkröte eines Nachzuchtprojektes aus Pfaffenhofen in Gewässer unserer Tongrube ausgebracht, um die bereits vorhandene Population mit frischem Nachwuchs zu stärken.

Die Bestände der hübschen Kröten sind in Bayern stark zurückgegangen, da geeignete Lebensräume immer seltener werden. Die Lurche benötigen offene, vegetationsarme Flächen mit Versteckmöglichkeiten und ebenso vegetationsarme Gewässer, die frei von ihren Feinden wie Libellenlarven sind. Bei Glon wurde das Wechselkrötenvorkommen 1997 entdeckt und die Grube vom LBV erworben. Die Population ist seitdem allerdings kleiner geworden und es haben sich Nachwuchsprobleme eingestellt.

In Zusammenarbeit mit Herrn Hansbauer vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und Mitgliedern des LBV setzte Frau Grau, die Leiterin des Nachzuchtprojektes, ca. 4000 Kaulquappen am 6. August in zwei Kleingewässern aus. Gleichzeitig legten Helfer Äste und Bretter auf die Gewässer bzw. die umliegende Fläche, um den Quappen und später den Hüpferlingen Unterschlupf und Schutz vor Feinden zu bieten.

 

Bei einem Kontrollgang am 20. August wurden schließlich erste Hüpferlinge um eines der Kleingewässer entdeckt – die Aktion war also erfolgreich. Später spendete Frau Grau aus ihrer Zucht weitere junge Kröten. Für den folgenden Winter sind zusätzliche Maßnahmen geplant. So sollen Asthaufen, Steine und Sand als Winterquartiere in dem Areal ausgebracht werden. Auch soll in Teilbereichen die oberste Bodenschicht abgeschoben werden, um Rohboden zu schaffen. Jetzt heißt es hoffen, dass möglichst viele der kleinen Hüpferlinge erwachsen werden und wir dem trillernden Rufen der Männchen wieder häufiger lauschen dürfen!